[Rezension] Stanislaw Lem „Solaris“

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Einleitung

Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, welche Planeten sich in anderen Galaxien befinden? Wie diese aufgebaut sind?

Ich finde das Thema rund um unser Universum unglaublich interessant. Es wird zwar noch eine ganze Weile dauern, bis wir ansatzweise unsere eigene Galaxie erkundet haben, aber bis dahin können wir uns die Wartezeit ja mit Gedankenspielen vertreiben. Der gleichen Meinung schien unter anderem auch der Autor dieses Buches gewesen zu sein.

Wie bin ich überhaupt auf gerade dieses Buch gekommen? Immerhin ist es schon eine Weile auf dem Markt, aber auf Instagram wird nicht so viel darüber gesprochen.

Eine Kollegin, außerhalb der Bookstagramblase hat mich darauf aufmerksam gemacht. Da Science Fiction nicht unbedingt zu meinen Top 3 Genres gehört, habe ich keine Ahnung, was gerade angesagt oder gar beliebt ist. Zum Glück gibt es tolle Mitmenschen. Danke liebe Verena.

Was lest ihr gerade so? Schreibt es mir in das Kommentarfeld.

Nun viel Spaß mit meiner Rezension.


Grober Handlungsverlauf

Ein Planet in einer nicht näher benannten Galaxie namens Solaris ist von einem Ozean bedeckt. Soweit nichts Besonderes. Unsere Erde besteht ja auch zu einem großen Teil aus Wasser.

Jedoch ist ersterer von anderer Zusammensetzung, wie wir sie von unserem Heimatplaneten kennen. Die physikalischen Gesetze sind komplett anders. Diese flüssige Masse scheint nicht nur ein Eigenleben zu führen, sondern auch schmerzhaften Erinnerungen eine Form geben zu können.

Dies erkennt die Besatzung einer Raumstation recht schnell. Der Psychologe Kris Kelvin, der als Verstärkung der Crew geschickt wurde, sieht z.B. nach einer Weile seine verstorbene Frau. Seit ihrem Selbstmord ist bereit viel Zeit vergangen. Dennoch quälen ihn die Erinnerungen daran jeden Tag.

Hätte er ihren Tod verhindern können, und warum kehrt sie jetzt in physischer Form zurück? Ist sie es wirklich oder spielt ihm der Planet Solaris einen Streich?

Ein Besatzungsmitglied verstarb kurz vor seiner Ankunft. Laut seinen noch lebenden Kollegen verkraftete er die manifestierten Erinnerungen nicht und beging Selbstmord.

Nun liegt es an Kris Kelvin und den verbleibenden Crew-Mitgliedern herauszufinden, was es mit dem mysteriösen Ozean auf sich hat. Können sie ihrer Vergangenheit Stand halten? Finden sie heraus, wie das Wesen, welches im Ozean schlummert, an ihre Erinnerungen kommt? Seid gespannt.


Mein Fazit

Wie spannend kann ein Planet sein, der von einem riesigen Ozean bedeckt ist, der auf den ersten Blick nach nichts aussieht? Kurze Antwort, es reicht für eine Handlung die sich auf über 300 Seiten erstreckt. Unser Psychologe Kris Kelvin spielt hierbei die Hauptrolle. Wenn wir unserer eigenen Wahrnehmung nach dem Beenden dieses Buches schon nicht mehr 100 % vertrauen können, dann zumindest darauf, dass wir von einem halbwegs stabilen Charakter geführt werden.

Dieser wirkt auf den ersten Blick wie ein mental relativ robuster Mensch, den nicht viel aus der Ruhe bringt. Bis auf die eine Sache, bzw. das Ereignis aus seiner Vergangenheit mit dem der Ozean ihn konfrontiert. Einen geliebten Menschen zu verlieren ist schon schlimm genug, aber was ist, wenn man sich selbst die Schuld dafür gibt?

Wie sehr ein Mensch unter dieser Tatsache leiden kann, wird hier recht deutlich beschrieben. Kris Kelvins Gewissensbisse scheinen unerträglich zu sein. Gleiches gilt für seine offenbar sehr lebendige Freundin, welche eigentlich schon seit langer Zeit tot sein sollte. Wie konnte der Ozean, bzw. das Wesen, welches in diesem „wohnt“ sie so genau rekonstruieren?

Die Handlung lässt sich in zwei Teile teilen. Einmal haben wir die aktive Phase, in der unser Protagonist durch die Raumstation auf der Suche nach Hinweisen läuft und unterwegs beängstigende Dinge erlebt.

Dann haben wir die „Theoretische Phase“ in der er auf Lexika, Pläne, Tagebucheinträge usw. stößt. Diese werden sehr detailgenau wiedergegeben, inklusive seiner eigenen Gedanken dazu. Erstere können sich über mehrere Kapitel erstrecken, manchmal wird ihnen nur ein Absatz gewidmet. An manchen Punkten war mir das ganze, trotz guter Erklärung, etwas zu trocken. Mich hätte das Wohlbefinden der übrigen Crew Mitglieder inklusive deren Vergangenheit/Erscheinungen mehr interessiert.

Insgesamt betrachtet schreitet die Handlung sehr langsam voran. Was perfekt zum Thema passt. Es gibt kaum hektische Momente. Es ist auch kein Gruselroman auf einer heruntergekommenen Raumstation. Alles scheint recht modern und praktisch eingerichtet worden zu sein. Hier merkt man die Lieben zum Detail besonders. Jedes Drehrädchen, jeder Datenstrahl, jedes Pulsieren wird genau erklärt.

Das Ende des Buches kam recht überraschend. Nachdem Kris seine Vergangenheit überwunden hat, kann er endlich einen Schritt auf die Oberfläche setzen. Der Rest lässt viel Spielraum für Spekulationen.


Buchinformationen

VerlagUllstein Taschenbuch
AutorStanislaw Lem
Erscheinungsjahr2021/3. Auflage
GenreScience Fiction
Seiten336
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Informationen über den Autor

Stanislaw Lem wurde 1921 in Lwow, Polen, geboren. Neben zahlreichen belletristischen Werken verfasste er theoretische Schriften über Science Fiction und über Gebiete der angewandten Philosophie und der Kybernetik.Sein Schaffen umfasst inzwischen 28 Werke, deren Gesamtauflage fast 8 Millionen Exemplare erreichte. Übersetzungen erschienen in 27 Sprachen, unter anderem in Japan, England, Russland, Amerika, Schweden, Italien, Holland und Frankreich. Sein Hauptinteresse galt der Science Fiction als literarische Gattung. Er starb im Jahre 2006 in Krakau.

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