[Rezension] Sonja Rüther „Geistkrieger: Libellenfeuer“

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Einleitung

Vor etwas über einem halben Jahr bin ich über den ersten Band der Reihe „Geistkrieger: Feuertaufe“ gestolpert.

Ein gut gelungener Einstieg in eine interessante Reihe, mit einem spannenden Setting. Denn bisher habe ich noch keine Geschichte gelesen, die von Indianer handelt, welche in der Vergangenheit nicht ausgerottet wurden und spirituelle Fähigkeiten entwickelt haben. Das Buch hat mir damals recht gut gefallen. Dennoch dauerte es eine Weile, bis Teil zwei bei mir einziehen durfte.

Der Nachfolger scheint sich vollends darauf zu konzentrieren, die bestehende Handlung fortzusetzen. Garniert mit einer neuen Bedrohung.

Kann das gut gehen? Und wie passen diese beiden Dinge zusammen? Freut euch darauf, es herauszufinden.


Grober Handlungsverlauf

Die Nation der Powtankaner wird weiterhin von einem unbekannten Individuum bedroht, welches ersteren ohne Mitleid oder gar Feingefühl die Gaben aus dem Bewusstsein reißt. Wenn jemand dabei stirbt, ist das verschmerzbar. Als wäre das noch nicht genug, macht sich eine brutale Seuche im Land breit, wodurch die Menschen wie Marionetten ferngesteuert werden können, oder sich gegenseitig verletzen.

Finnley und seine Kameraden haben alle Hände voll zu tun. Auf unseren Schotten kommt eine weitere Sache zu. Mit welchem Mädchen wird er seine Zukunft verbringen? Mit der von ihm auserwählten Verlobten, oder mit der durch ein Ritual gewählten quasi Seelenverwandten?


Mein Fazit

Nachdem ich die Reihe unabsichtlich pausiert habe, freute ich mich wieder in die Welt der Powtankaner einzutauchen und eventuell herauszufinden, wer den Einwohnern die Gaben aus dem Bewusstsein reißen möchte. In der Vergangenheit ging er dabei äußerst brutal vor. Dies brachte die Autorin hervorragend rüber. Auch der Handlungsverlauf garniert mit Einblicken in Finnleys Vergangenheit gefiel mir gut. Daher hatte ich relativ hohe Erwartungen an den zweiten Band. Konnte dieser ebenfalls bei mir punkten? Möglicherweise ja.

Der Einstieg in die Handlung gefiel mir ausgezeichnet. Wir sehen, wie die Seuche überhaupt übertragen und im Laufe der Zeit zu einem großen Problem wurde. Den Ursprung bekommen wir jedoch (noch) nicht zu Gesicht. Danach beginnt wieder der Alltag der Powtankaner. Der Fokus der Handlung liegt nicht nur auf Finnley, seiner Verlobten und dem Team. Auch die Seuche selbst hat Zeit, zu glänzen. Ebenso die ersten Opfer dieser. Bis dahin hat mir das Buch, wie bereits erwähnt, super gefallen.

Danach wandert der Schwerpunkt etwas zu oft in Richtung Dreiecksbeziehung. Finnley muss sich laut Rat entscheiden, mit wem er seine Zukunft verbringen möchte. Dass es so kommt, hat das Ende vom ersten Teil bereits angekündigt. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass diese Szenen nicht so sehr im Fokus gestanden wären. Versteht mich nicht falsch, etwas Liebe in Thriller und Fantasy Romanen ist vollkommen okay, aber wenn gerade ein Mensch durch die Gegend läuft und spirituelle Fähigkeiten klaut und eine Seuche herumwütet, bleibt dafür relativ wenig Zeit. Zumal die Umsetzung nicht meins war. Teils fand ich die drei Charaktere etwas kindisch und trotzig.

Glücklicherweise wechselt die Autorin immer wieder zwischen verschiedenen Perspektiven hin und her. Außerdem lernen wir mehr über die Gaben und welche es sonst noch gibt. Eine bestimmte, welche mit Körpertausch zu tun hatte, gefiel mir am besten. So eine Fähigkeit wäre in der Realität schon irgendwie toll.

Durch die Abwechslung empfand sich das Lesen als recht spannend und flüssig. Eine Sache möchte ich Sonja Rüther hoch anrechnen. Wie ihr ja wisst, gibt es sehr viele Autoren, die sich meiner Meinung nach zu stark auf die „Gender-Thematik“ oder sexuelle Orientierung versteifen. Dadurch wirken viele Szenen hölzern oder gar lächerlich. Hier wurde meistens nur etwas angedeutet oder von den Bewohnern so hingenommen, wie es ist. Genau SO sollte es sein. Wenn es etwas Normales ist, dann sollte das Thema auch so behandelt werden. Danke liebe Sonja für diese Herangehensweise.

Was gibt es zu meckern? Tatsächlich hätten mich mehr Informationen zur Seuche interessiert. Immerhin drehte sich die halbe Geschichte darum. Das Ende fand ich etwas zu hastig und verwirrend. Gibt es jetzt eine Erklärung für die Seuche? Gerade die Andeutung gegen Ende ließ noch einige Fragen offen.

Dennoch ein gelungener Nachfolger.


Buchinformationen

VerlagDroemer Knaur
AutorinSonja Rüther
Erscheinungsjahr2022
GenreMysterythriller
Seiten400
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Informationen über die Autorin

Sonja Rüther, 1975 in Hamburg geboren, schreibt am liebsten Spannung und Fantastik. 2011 eröffnete sie den Ideenreich-Kreativhof in Reindorf, wo sie regelmäßig zusammen mit anderen Autorinnen und Autoren Workshops und Kurse für professionelles Schreiben anbietet. Sonja Rüther lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Hamburg.

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