[Rezension] Sonja Rüther „Geistkrieger: Feuertaufe“

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Vorwort

Auch wenn ich immer versuche Buchtechnisch auf dem neuesten Stand zu bleiben, entgehen mir dennoch einige Exemplare, die mir eventuell gefallen könnten. Das neueste Beispiel ist „Geistkrieger: Feuertaufe“ von Sonja Rüther.

Ein Buch, welches thematisch einen anderen Weg geht. Mal keine Vampire, finster dreinschauende Badboys mit bösen Vergangenheiten, gebrochene Protagonisten, die von Szene zu Szene stolpern uvm. Das findet ihr hier nicht.

Stattdessen erwartet euch eine spirituell angehauchte, von Powtankaner (Indianern ähnelnde Menschen) bewohnte Welt, in all ihren Facetten. Die Idee, dass Indianer sich frei entfalten konnten, weil sie keiner aus ihrer Heimat vertrieben hat, ist, zumindest mir, recht neu.

Daher war ich umso neugieriger, was die Autorin daraus gemacht hat.

Nun geht es weiter mit der eigentlichen Rezension. Schnappt euch einen Tee, Kakao, Kaffee oder einfach ein Glas Wasser, das könnte (wie immer) etwas länger dauern, bis ihr durch seid.


Grober Handlungsverlauf

Stellt euch Folgendes vor. Amerika wurde nie erobert.

Die dort lebenden Indianer konnten sich in aller Ruhe und ohne große Störungen entwickeln und auf andere Kontinente ausbreiten.

Inklusive ihrer spirituellen Lebensweise und Tierwesen, die über die Bewohner wachen.

Genau in so eine Welt entführt uns die Autorin.

Zu Beginn der Handlung wird ein hoch angesehener Professor namens Atius Catori vor seinen Schülern von einer mysteriösen, nicht greifbaren Macht wortwörtlich in Stücke zerrissen. Die Szene wirkte umso brutaler, gerade weil man keinen Täter sah, der den Mord ausübte.

Ab da kommt eine gut ausgebildete Einheit, auch „Geistkrieger“ genannt, zum Einsatz.

Die Mitglieder haben sich auf derartige Fälle, so selten sich auch auftreten mögen, spezialisiert.

Sie sichern den Tatort, stellen Beweise sicher, und fragen die Zeugen aus. Mit dabei ist unser Protagonist Finnley, der erst seit Kurzem Mitglied der Truppe ist, und auf die anderen keinen allzu guten Eindruck macht, da er nicht von ihresgleichen abstammt.

Sein Äußeres und seine bereits absolvierte Ausbildung ändern nichts an dieser Tatsache.

Dennoch versucht er sich im Laufe der Geschichte zu beweisen. Dabei wird er nicht nur von seiner Geliebten unterstützt, auch eine in ihm tobende Macht ist ihm, ob er will oder nicht, eine große Hilfe.

Jedoch muss er erst mal in der Lage sein diese zu kontrollieren, was sich aufgrund seiner mäßigen Einstellung gegenüber den Bräuchen der Powtankaner als schwierig herausstellt.

Schon bald kommt es zu einem weiteren Mord, sodass er fast gezwungen ist, sich mit seiner inneren Bestie zusammenzuschließen, um die Bewohner des Landes und seine Geliebte zu beschützen.


Mein Fazit

Beim Stöbern durch die Bücherregale meiner liebsten Filiale fiel mir dieses gut designte Buch mit dem äußerst spannenden Klappentext ins Auge. Da es mich neugierig gemacht hat und vielversprechend klang, durfte es beim letzten Einkauf mit.

Wer mich schon länger verfolgt, der weiß, ich liebe Handlungen, die sich um spirituelle oder mystische Themen drehen.

Daher hatte ich etwas größere Erwartungen an das Buch. Wurden diese erfüllt? Ja.

Fangen wir mit dem grundsätzlichen Aufbau an.

Ein Professor wird von einer nicht sichtbaren, aber äußerst brutalen Macht in Stücke gerissen.

Dieser Mord ruft eine Spezialeinheit auf den Plan, um den Fall zu untersuchen. Die Mitglieder haben vollkommen unterschiedliche Stärken und Schwächen, welche nicht nur bei Einsätzen helfen, sondern auch eine gesunde Portion Abwechslung in die Handlung bringen.

Gleiches gilt für ihre Charakterzüge und ihre Art, Dinge zu sehen.

Letzteres kann man auf ihre grundsätzliche Einstellung zum Leben, als auch auf ihre Arbeitsweise beziehen.

Warum ich das erwähne? Ganz einfach. Die Autorin hat den Charakteren nicht nur eine private Version ihrer selbst verpasst, sondern auch das Einsatz-Alter-Ego gut durchdacht. Habe ich so bisher noch nicht oft gelesen bzw. gesehen.

Was außerdem auffällt, ist der Fokus bzw. das Abwechseln der Mitglieder. Natürlich hat unser Protagonist Finnley die meisten Auftritte, aber auch seine Kollegen oder die Opfer dürfen die Aufmerksamkeit der Leser:innen auf sich ziehen. Was mir sehr gefallen hat und auch hier für zusätzliche Abwechslung sorgt.

Finnley selbst wird zum Glück nicht von Anfang an und generell nicht als Held oder vom Schicksal gebeutelten Charakter dargestellt.

Das habe ich schon viel zu oft gelesen und langweilig mich nur noch. Auch hier konnte die Autorin bei mir Punkten.

Wenn man eine neue Welt schafft, müssen viele Dinge bedacht werden. Sonja Rüther hat sich offenbar sehr viel mit der Planung ihrer Umgebung befasst.

Denn jedes Detail, jede Handlung, jeder wichtige Ort wurde hervorragend ausgearbeitet.

Daher fand ich mich immer gut zurecht und konnte mich gedanklich einwandfrei in die Charaktere hineinversetzen.

Was fühlen diese gerade? Wie riecht die Umgebung? Was ging den Opfern in ihren letzten Minuten durch den Kopf und wie reagierte ihr Umfeld darauf? Alles klar und deutlich beschrieben, ohne zu sehr auszuarten.

Klar, zeitweise sind die Morde schon sehr brutal und fast zu realistisch beschrieben, aber das muss es halt sein, um die Situation korrekt rüberzubringen.

Viel mehr gibt es eigentlich nicht mehr zu sagen, außer: Den zweiten Teil werde ich mir auf jeden Fall in naher Zukunft kaufen.

Wie sieht es bei euch aus? Kennt ihr die Reihe schon? Wie hat sie euch gefallen?


Buchinformationen

Was wäre, wenn Amerika nie entdeckt worden wäre?

VerlagDroemer Knaur
AutorinSonja Rüther
Erscheinungsjahr2021
GenreFantasy Thriller
Seiten400
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Informationen zur Autorin

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