[Rezension, Reread] Sjöwall Wahlöö „Die Tote im Götakanal“ (Martin Beck Reihe 1)

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Vorwort

Vor einigen Wochen hatte ich wieder Lust ein Buch aus dem Krimi Genre zu lesen.

Angefangen mit der Betty Papst Reihe, welche hervorragend gestartet ist.

Gleichzeitig erweckten zehn andere Bücher wieder meine Aufmerksamkeit. Die Martin Beck Reihe habe ich vor einigen Jahren, meine es war im Jahr 2008, bei meiner Buchhandlung gekauft. Seitdem wurden sie mehrmals von mir verschlungen, und so sehen sie auch optisch aus.

Allerdings ist es jetzt das erste Mal, dass ich in der Öffentlichkeit über die Bücher schreibe.

Ihr werdet also ab sofort immer wieder eine Rezension zu einem der zehn Teile auf meinem Blog finden.

Ja, das wird Reread in einem etwas größeren Ausmaß. Seid gespannt.


Grober Handlungsverlauf

Bei Baggerarbeiten wird in einem Schleusenbecken eine Leiche aus dem Wasser gezogen. Es sprechen einige Dinge dagegen, dass sie nicht einfach so eine Runde schwimmen wollte. Erstens, in diesem Gebiet verkehren viele Schiffe und Boote, was den Aufenthalt ohne Fortbewegungsmittel leicht gefährlich macht und zweitens, die Gute ist mausetot.

Nach diesem feuchten Fund treten die ansässigen Ermittler:innen ins Rampenlicht. Nach einer Obduktion wird klar, die junge Frau ist nicht im Wasser ertrunken, sie wurde darin entsorgt. Ihre Verletzungen sprechen für diese Theorie. Lange Zeit bleibt es bei dieser, denn bis auf diese Informationen ist lange Zeit unklar, wer die Tote ist. In der Zeit, in der die Handlung spielt, gibt es keine moderne Technik, welche in wenigen Tagen oder gar Sekunden ein Ergebnis ausspuckt.

Das bringt Martin Beck und sein Team auf den Plan. Sie analysieren jedes noch so kleine Detail, vom Mageninhalt angefangen bis zu ihrer Reiseroute ist alles dabei und natürlich detailliert beschrieben.

Was ist der jungen Frau zugestoßen? Und vor allem, wer hat sie so zugerichtet?


Mein Fazit

Gleich nach der ersten Seite erfüllte mich ein Gefühl der Nostalgie.

Auch wenn es schon eine Weile her ist, dass ich dieses Buch bzw., die Reihe gelesen habe, kann ich mich immer noch an viele Einzelheiten erinnern. Viele Details sind mir immer noch bekannt und ein paar andere habe ich komplett vergessen. Was das Leseerlebnis sehr spannend gemacht hat.

Die Einführung der Charaktere, die uns eine Weile begleiten werden, werden uns ohne großes Tam Tam vorgestellt. Sie traten einfach in Erscheinung, als man ihre Kompetenz gebraucht hat.

Gleiches gilt für die einzelnen Ermittlungsschritte. Diese wurden recht simpel und leicht verständlich erklärt. Auch Fehltritte oder Entscheidungen, die negative Konsequenzen nach sich gezogen haben, sind vorhanden und wirken nicht überzogen.

Das ist generell ein positives Merkmal der Reihe. Es wirkt einfach alles normal und alltäglich.

Bis dann ein Mord passiert, oder eine Person am Durchdrehen ist. Letzteres wirkt dann umso brutaler.

Martin Beck ist etwa ein recht ruhiger und gemächlicher Ermittler. Er analysiert mit seinen Kollegen jedes Detail des Falles. Nichts geht flott und problemlos von der Hand. Uns wird immer wieder vermittelt, wie viel Arbeit so ein Kriminalfall ist. Der Schreibstil trägt natürlich sehr viel zu dem Eindruck bei. Auch die Zeit, in der Handlung spielt, wir befinden uns in den 60er-70er Jahren, in der es keine hochmoderne und präzisen Computer gibt. Hier wird noch von Hand ermittelt. Der generelle Stil ist immer noch ein Ding, welches mir ausgezeichnet gefällt.

Einzig das Ende hat mir nicht so gut gefallen. Etwas zu hektisch und der Mörder war mir fast zu unglaubwürdig. Das ist ganz klar Ansichtssache, denn oft gilt, dass der ruhigste Mensch der brutalste Mörder sein kann. In der Theorie versteht sich.

Wenn ihr nach einer guten Krimireihe sucht, seid ihr hier richtig.


Buchcover

VerlagRowohlt Taschenbuch Verlag
AutorenSjöwall Wahlöö
Erscheinungsjahr2008 (7. Auflage) 1965 Original
GenreKriminalroman
Seiten272
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Informationen zum Autoren-Duo

Maj Sjöwall, 1935 in Stockholm geboren, studierte Grafik und Journalismus und arbeitete für verschiedene Zeitschriften. Mit ihrem Mann Per Wahlöö schrieb sie die erfolgreiche Krimiserie um den Kommissar Martin Beck, die auch verfilmt wurde. 1996 erhielt Sjöwall für die erste Serienverfilmung von Kommissar Beck den Adolf-Grimme-Preis (zusammen mit Gösta Ekmann). Zuletzt arbeitete Maj Sjöwall als Übersetzerin in Stockholm, wo sie im April 2020 verstarb.

Per Wahlöö, 1926 im schwedischen Lund geboren, machte nach dem Studium der Geschichte als Journalist Karriere. In den Fünfzigerjahren ging er nach Spanien und wurde 1956 vom Franco-Regime ausgewiesen. Nach verschiedenen Reisen um die halbe Welt ließ er sich wieder in Schweden nieder und arbeitete dort als Schriftsteller. Per Wahlöö starb 1975 in seiner Heimatstadt.

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