[Rezension, Reread] Sjöwall Wahlöö „Endstation für neun“ (Martin Beck Reihe 4)

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Einleitung

Hallo Freunde, alter Krimi-Romane. Weiter geht es mit dem nächsten Teil der Martin Beck Reihe, welche ich mittlerweile keine Ahnung wie oft durchgelesen habe. Die Fälle, in denen der gleichnamige Kommissar mit seinen Kollegen einen Fall nach dem anderen löst, ziehen mich auch heute noch in ihren Bann. Das Setting der 60er und 70er-Jahre hat was, genauso wie die damaligen Ermittlungen Methoden, welche nahezu ohne technische Spielereien auskommen mussten. Das macht die Arbeit der Ermittler umso spannender, wie ich finde.

Natürlich sind die Bücher aus heutiger Sicht weniger actionreich und weniger blutig als die anderen Romane in dem Genre. Heutzutage „müssen“ die Neuerscheinungen viel brutaler (und teilweise absurder) sein. Das zieht die Leser von aktuell eher an. So kommt es mir zumindest vor.

Wie seht ihr das? Täuscht mich da mein Eindruck?

Jedenfalls geht es jetzt weiter mit meiner Rezension. Viel Spaß.


Grober Handlungsverlauf

Ein Bus verpasst die Kurve und knallt ohne Bremsversuch des Busfahrers gegen einen Zaun. Was man von außen nicht sofort erkennt: Die Passagiere inklusive Fahrer wurden brutal über den Haufen geschossen. Hatte da jemand einen schlechten Tag, oder steckt da mehr dahinter?

Egal um welches Motiv es sich handeln mag. Martin Beck hat in jeden Fall einen Kollegen weniger. Denn in dem Bus saß zum Zeitpunkt des Verbrechens Ake Stenström, einer seiner Kollegen. Daher ist bei der Aufklärung der Morde äußerste Vorsicht geboten. Denn wer sagt denn, dass unser schießwütige Mörder nicht weitere Polizisten auf dem Radar hat?

Oder ging es ihm nur darum den Ermittler aus dem Weg zu räumen? In welchem Fall er auch immer, vermutlich verdeckt, ermittelt hat, offenbar hatte jemand etwas dagegen, dass ersterer den Fall löst.


Mein Fazit

Früher wie heute bin ich Feuer und Flamme für diese Reihe. Es fängt, wie fast immer damit an, dass uns gezeigt wird, worum es geht und was nachfolgend passieren sollten. Die Art der Umsetzung unterscheidet sich natürlich von Buch zu Buch. Hier wird der Bus zufällig von einem Spaziergänger gefunden, der den Schock seines Lebens bekommt. Dabei wollte er nur seinen Hund ausführen. Alleine die ersten Szenen zeigen uns schon perfekt, wie schlimm diese Morde sind. Die Details wurden sparsam, aber gezielt eingesetzt. Den Rest kann man sich wundervoll im Kopf zusammenreimen.

Die Erkenntnis, dass da ein Kollege von Martin Beck mit im Bus saß, ließ mich beim ersten Mal (lange her) geschockt zurück. Gleiches gilt für die Ermittler. Wem war Ake auf den Schlips getreten, um als Schweizer Käse zu enden? Dies gilt es herauszufinden.

Hier kommen wir wieder zur großen Stärke der Reihe. Die Ermittlungsarbeit und die schlussendliche Lösung. Die Reihe dreht sich zwar um unseren Kommissar Martin Beck, jedoch agiert er im Gegensatz zu seinem toten Kollegen nicht alleine. Dieser hat wie immer Verstärkung in Form seiner Mitstreiter. Jeder einzelne von ihnen hat nicht nur eigene Passagen im Buch, und einen Wiedererkennungswert, sondern auch seine Stärken, mit denen sie gemeinsam an diesem brutalen Fall arbeiten.

Diese Zusammenarbeit wurde detailliert und verständlich erklärt und spannend umgesetzt.

Auch tauchen immer wieder Referenzen und Andeutungen zu älteren Fällen auf. Was mir ebenfalls gut gefallen hat. Das hat so etwas Lebendiges.

Mein Endfazit könnt ihr euch denken. Auch nach dem geschätzt 10. Mal hat mir dieses Buch wirklich gut gefallen.

Für Krimi Fans ein Muss wie ich finde.


Buchinformationen

VerlagRowohlt Taschenbuch
AutorSjöwall – Wahlöö
Erscheinungsjahr1971/4. Auflage 2008
GenreKrimi
Seiten304
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Über die Autoren

Per Wahlöö

Per Wahlöö, 1926 im schwedischen Lund geboren, machte nach dem Studium der Geschichte als Journalist Karriere. In den Fünfzigerjahren ging er nach Spanien und wurde 1956 vom Franco-Regime ausgewiesen. Nach verschiedenen Reisen um die halbe Welt ließ er sich wieder in Schweden nieder und arbeitete dort als Schriftsteller. Per Wahlöö starb 1975 in seiner Heimatstadt.

Maj Sjöwall

Maj Sjöwall, 1935 in Stockholm geboren, studierte Grafik und Journalismus und arbeitete für verschiedene Zeitschriften. Mit ihrem Mann Per Wahlöö schrieb sie die erfolgreiche Krimiserie um den Kommissar Martin Beck, die auch verfilmt wurde. 1996 erhielt Sjöwall für die erste Serienverfilmung von Kommissar Beck den Adolf-Grimme-Preis (zusammen mit Gösta Ekmann). Zuletzt arbeitete Maj Sjöwall als Übersetzerin in Stockholm, wo sie im April 2020 verstarb.  

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