[Rezension] Pernille Hughes „Zehn Jahre du und ich“


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Vorwort

Liebesromane begleiten mich schon seit einer Weile. Ich habe schon viele Pärchen bei ihrem leichten bis harten Weg zum Glück begleitet und bei einigen sogar mitgefiebert. Irgendwann nutzt sich die Euphorie und die Vorfreude ab. Irgendwo klar, denn irgendwann wurde jedes Klischee, jedes Drama durchgespielt und jeder Badboy zum Guten bekehrt.

Auch die traurigen bis düsteren Schicksale entlockten mir irgendwann nur noch ein müdes Schulterzucken, weil ich ohnehin weiß, wie es zum Ende kommt. Aus diesen Gründen hätte ich eigentlich eine Pause vom Genre bzw. von New Adult Romanen machen wollen, um mich wieder mehr mit meinem Lieblingsgenre Fantasy zu befassen.

Jedoch kam mir meine Buchhandlung, die Tyrolia, und meine Neugier zuvor. Denn dieses optisch sehr ansprechende Buch habe ich im Zuge eines Gewinnspiels bekommen. Vor allem Liebesromane, die ein älteres Publikum als die vielen New Adult da draußen ansprechen, haben es mir mittlerweile viel mehr angetan. Die meistens reiferen Charaktere, die schon einiges erlebt haben, sind mir um einiges lieber als die vom Leben enttäuschten Studenten in ihren kuscheligen WGs.

Nicht böse gemeint, ehrlich, aber bestimmte Szenarien möchte ich mir in Zukunft nicht mehr antun.

Ich schweife ab, schließlich möchte ich über „zehn Jahre du und ich“ schreiben und nicht, was mich an einem Genre abschreckt.

Jetzt geht es endlich los mit meiner Rezension. Wie immer gilt. Schnappt euch etwas zum Knabbern und zu trinken, es folgen ein paar Zeilen.


Grober Handlungsverlauf

Charlies und Allys Liebe hätte für immer sein können, jedoch musste sie viel zu früh von dieser Welt gehen. Ihr Tod hinterlässt seine Spuren. Ihn wirft es zu Beginn aus der Bahn, sodass er eine Auszeit braucht und fürs Erste das Weite sucht.

Becca, ihre beste Freundin geht es ähnlich, allerdings kann sie im Gegensatz zu ihm nicht einfach abhauen, da ihr Alltag dies nicht zulässt.

Ally wollte in ihrem Leben noch viele Dinge erleben, was ja jetzt aus dem bereits genannten Grund nicht mehr möglich ist. Doch wozu hat sie einen Verlobten und eine beste Freundin? Die beiden eignen sich perfekt, um ihre Liste abarbeiten zu können und ihre Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen.

Das ist ihr letzter Wille. Natürlich war ihr vollends bewusst, dass sich die beiden Auserwählten kein Stück leiden können.

Das merkt man recht schnell auf den ersten Seiten. Selbst wenn sie die letzten Menschen auf diesem Planeten wären, würden die beiden nicht zusammen kommen. Ja, so weit geht diese Feindschaft.

Keiner hat dem anderen etwas getan, weder mit Absicht noch unabsichtlich.

Charakterlich sind beide halt eben inkompatibel. Kann man wohl nichts machen, oder? Könnten die gemeinsamen Momente, in denen sie die Aufgaben auf Allys Liste abarbeiten, schon ausreichen, um sie zusammenzubringen?

Nö. Die Liste alleine reicht nicht aus. Das wäre doch zu einfach. 😉


Mein Fazit

Mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet habe war: Meine Güte, war das eine schwere Geburt. Was sich auf die Beziehung von Charlie und Becca bezogen hat und nicht auf Werk selbst. Denn dieses war unglaublich gut.

Vielleicht kommt man vor dem Lesen auf den Gedanken, dass wir die bereits bestehende Beziehung der beiden zehn Jahre mitverfolgen, jedoch ist das nicht der Fall. Denn das Cover und der Klappentext deuten nur an, um was es gehen könnte, was auch in Ordnung ist. So sind die folgenden Kapitel und Abschnitte umso spannender.

Wir begleiten die beiden Liebsten in diesen zehn Jahren durch ihr Leben. Erleben ihre Pannen, Zusammenbrüche, dumme Entscheidungen, Gewissensbisse, Freuden, schöne Erlebnisse und vieles mehr. Glücklicherweise wurden diese Dinge nicht einfach stumpf aneinander gereiht, sondern in Episoden bzw. in Jahresabschnitte eingeteilt. Gleiches gilt für die Aufgaben. Jedes Jahr kommt eine an die Reihe. So müssen sich die beiden nicht zu lange gegenseitig ertragen.

Dabei steigt der Spannungsbogen, ähnlich wie bei einer Serie, immer weiter an, bis es schlussendlich zu einem Finale kommt. Dazu kommt, dass es Charlie und Becca es sich alles andere als einfach machen.

Selbst wenn das Leben ihnen in die Hände spielt, sind die beiden so unglaublich stur und hängen dabei immer wieder der Vergangenheit hinterher, sodass sie ihr Ziel immer wieder aus den Augen verlieren.

Wisst ihr was? Ich mochte das gerne. Denn wie es im richtigen Leben so ist. Es läuft nicht immer alles glatt, manchmal bekommt einfach etwas vor den Latz geknallt und man muss entweder damit zurechtkommen oder nach einer anderen Möglichkeit suchen. Genauso ist es hier. Dieses Buch spiegelt die Realität in vielen Punkten hervorragend wider.

Selbstverständlich habe ich meine Augen mehrmals verdreht, als ein Charakter wieder irgendeine Entscheidung getroffen hat, die komplett bekloppt war. Jedoch kann man diese jederzeit nachvollziehen und das wichtigste, der Charakter lernt daraus.

Frei nach dem Motto: Danach ist man immer klüger.

Die beiden Hauptcharaktere haben mir ausgezeichnet gefallen. Sie zeigten im Laufe des Buches so viele Facetten und wurden fantastisch in Szene gesetzt. Die Nebencharaktere, sprich Freunde, Familienmitglieder, Bekannte, Passanten u. v. m. wurden auch schön in die Handlung eingegliedert. Niemand wirkte fehl am Platz und war genau da, wo er oder sie hingehört.

Die rührenden Szenen, die immer häufiger wurden, je näher sich Charlie und Becca gekommen sind, fand ich unglaublich schön. Das ist eine Sache, die ich bei vergangenen Liebesromanen immer wieder vermisst habe. In diesem Buch findet ihr eine große Auswahl an Gefühlen in allen möglichen Intensitäten. Da sollte für jeden Leser/jede Leserin etwas dabei sein.

Ihr wisst, was jetzt kommt. Ich liebe das Buch. Genau danach suche ich, genau danach habe ich gesucht.

Habt ihr das Buch schon gelesen? Schreibt mir eure Meinung gerne unter den Beitrag.


Buchcover

Verlagdtv Verlag
AutorinPernille Hughes
Erscheinungsjahr2022
GenreLiebesroman
Seiten432
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Informationen über die Autorin

Pernille Hughes ist Dänin, zog der Liebe wegen aber nach England, wo sie mit ihrer Familie in Buckinghamshire lebt. Bevor sie Autorin wurde, studierte sie Film und Literatur, schrieb für die Reisekolumne der ›The Sunday Times‹ und arbeitete für verschiedene Marketingfirmen in der Filmbranche, was zwischendurch auch bedeutete, sich einen Kopierer mit den Teletubbies zu teilen.


Weitere Bücher, die ich sehr empfehlen kann

Holly Miller „Ein letzter erster Augenblick“

Hanna Miller „Denn das Leben ist eine Reise“

Rebecca Serle „In fünf Jahren“

Jay Lahinch „Nach dir nur Erinnerung“

Carina Bartsch „Nachtblumen“

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