[Rezension] Naomi Huber „Ashturia – Der Prinz und die Tarenqua“

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Einleitung

Vor etwa einem Jahr habe ich Naomi Huber bei einer Veranstaltung kennengelernt. Dort zeigte sie mir auch ihre Fantasy Buchreihe, die auf mich einen guten Ersteindruck machte. Optisch simpel gehalten. Der Klappentext erklärte nicht zu viel, deutete aber eine spannende Handlung an. Das Schöne dabei: Diese scheint sich vom Standardkram in der Fantasy Blase etwas zu entfernen.

Dennoch dauerte es etwa ein Jahr, bis ich den ersten Teil in den Händen halten durfte. Irgendwie hatte ich das Buch aus den Augen verloren. Das kommt davon, wenn man zu viele Bücher auf der Liste und zu wenig Zeit hat. Man hat ja auch noch andere Hobbys und ein Sozialleben. Tatsächlich trifft das auch auf Buchblogger zu, wobei ich mir bei manchen nicht sicher bin, ob die überhaupt mal schlafen.

Wo waren wir? Ach ja. Meine Rezension. Schnappt euch ein Getränk eurer Wahl. Viel Spaß beim Durchlesen meiner Textwüste.


Grober Handlungsverlauf

Irgendwann kommt der große Moment im Leben eines Prinzen. Die Vermählung mit einer Königin. Nervös bricht Prinz Liam nach Ashturia auf, um Trina, die derzeitige Herrscherin des Landes, zu heiraten. In der Theorie scheint sein Plan perfekt zu sein. Vor den Thron treten, schöne Worte flüstern, um ihre Hand anhalten, es kann eigentlich nichts schiefgehen. Als die Königin ablehnt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Jedoch muss er nicht mit leeren Händen in seine Heimat zurückkehren. Nicht, weil er eine andere Herzensdame gefunden hat. Die Monarchie in seinem Land wurde in der Zwischenzeit gestürzt. Etwas später erfährt er den wahren Grund seiner Reise.

Es besteht ein kleiner Funke Hoffnung, seine Eltern und natürlich sein Volk zu retten. Dafür braucht er Hilfe. Zum Glück hat er mit Trina und ihrem Drachenmädchen namens Fecyre zwei außerordentlich fähige Gefährten. Deren Hilfe ist auf Liams Reise unverzichtbar. Seine Kampfkünste sind die nicht besten und von seiner körperlichen Fitness lässt sich nicht einmal ein laues Lüftchen beeindrucken.

Und so beginnt eine Reise voller Gefahren und großen Gefühlen.


Mein Fazit

Bevor ich mich wie immer in meine Rezension verliere, möchte ich ein paar Worte über das Cover loswerden. Denn anders als sonst, wo man entweder ein Gesicht oder (zu) wenig vom Geschehen im Buch sieht, bekommt man hier einen deutlicheren Eindruck, worum es geht. Wer sich hier austoben durfte, hat ein großes Lob verdient. Besonders die Farbabstufungen und die Bildkomposition haben es mir angetan. Einfach wunderschön. Deswegen stört es mich überhaupt nicht, dass die nachfolgenden Teile fast gleich aussehen. Die anderen Farben haben auch das gewisse Etwas.

Das Buch beginnt ohne Umschweife mit der Haupthandlung. Keine ausschweifende Einleitung, wer Prinz Liam oder seine Begleitung ist. Sie sind bereits in Ashturia. Punkt. Unser schüchterner Kartograf ist sich bislang nicht bewusst, dass er bald ein großes Abenteuer bestreiten wird. Genauso wenig wie Königin Trina, deren erster Eindruck mich beeindruckt hat. Wobei, auch die Reisenden aus Fascor ganz verdattert sind, wie die Bewohner Ashturias mit bestimmten Bräuchen und Verhaltensweisen umgehen. Diese Abwechslung gegenüber anderen Königreichen aus anderen Büchern hat mich beeindruckt.

Auch die Vorstellung von Fecyre fiel ohne großes Tam Tam aber eindrucksvoll aus.

Generell fiel mir auf, wie simpel und einfach Naomi Huber die Handlung und ihren Schreibstil gehalten hat. Keine unaussprechlichen Namen, keine zu detaillierten Beschreibungen der Umgebungen oder Charaktere. Hier hat die eigene Fantasie ausreichend Platz, um sich zu entfalten. Eine Tatsache, die ich in den letzten Jahren immer mehr zu schätzen gelernt habe.

Die Handlung selbst schreitet in einem annehmen Tempo voran. Prinz Liam und Königin Trina kommen sich nicht direkt näher. Sie spüren natürlich von Anfang an, dass da etwas ist, aber bis sie sich dessen bewusst sind, vergeht viel Zeit. Was irgendwo logisch ist, wenn man bedenkt, was die beiden in der Zwischenzeit durchmachen müssen. Die Autorin hat hier niemanden mit Samthandschuhen angefasst.

Die Rollenverteilung ist hier eine andere, als ihr es vielleicht gewohnt seid. Üblicherweise ist die Rede von einem starken Prinzen, der die schwache Angebetete aus jeder Gefahr retten muss und gegen Ende auf dramatische Art und Weise dem Tod entrinnt. Welch großer Held, der sein Leben für seine große Liebe opfert. (würg)

Naomi Huber hat die Rollen nicht nur vertauscht, sondern beiden einen sinnvollen Nutzen in der Geschichte gegeben. Während Trina ihre Gegner in einem Augenblick kampfunfähig macht und auch sonst durch Willensstärke punkten kann, ist Liam ein ausgezeichneter Stratege. Im Anfertigen von Karten macht ihm kaum einer was vor. Dennoch hat es mich gefreut, dass auch er mit der Zeit das Kämpfen erlernt hat. Neben der Handlung sind die Charaktere eine große Stärke des Buches. Auch die Nebencharaktere dürfen mit vielen unterschiedlichen Charakterzügen glänzen. Unter anderem jene, die nur eine kurze Rolle spielen. Ein weiterer Pluspunkt ist die merkbare Entwicklung aller Individuen im Buch.

Das Ende rundete den ersten Teil der Reihe perfekt ab. Sehr spannend, mit einer ausgezeichneten Wendung und vor allem ohne fiesen Cliffhanger.

Wenn ihr Lust auf ein spannendes Abenteuer ohne zu viele Schnörkel habt, schaut euch Ashturia gerne genauer an.


Buchinformationen

VerlagBoD – Books on Demand
AutorinNaomi Huber
Erscheinungsjahr2021
GenreFantasy
Seiten304
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Informationen über die Autorin

Naomi Huber wurde 1980 in Norddeutschland geboren, lebt aber seit früher Kindheit in den wunderschönen Tiroler Bergen. Die Liebe zum Lesen guter Geschichten, zum Reisen in unmögliche Welten und ins Reich des Fantastischen begleitet sie bereits ihr ganzes Leben. Jetzt möchte sie diejenige sein, die zum Reisen einlädt, auf ein unfassbares Abenteuer mitnimmt und eine ganz neue Welt in den Köpfen der Leser:innen entstehen lässt.

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