[Rezension] Mila Rosgeber „Aura des Lichts“ (Erwachten-Reihe-Teil 1)

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Einleitung

Hi. Freut mich, dass ihr wieder auf meinen Blog gefunden habt. Heute habe ich für euch wieder ein Buch außerhalb des Bestsellerradars, den ich mittlerweile freiwillig meide, da mir die Bücher großteils nicht mehr gefallen und es gefühlt immer das Gleiche ist. Zugegeben, der Klappentext von „Aura des Lichts“ ist jetzt nichts Neues. Ein Mädchen, welches eine schwere Zeit hinter sich hat, führt mittlerweile ein halbwegs geordnetes Leben. Immer mal wieder wagen sich die grausamen Erinnerungen an die Oberfläche. Denn vergangen, heißt auch hier nicht vergessen. Aber sie kann gut damit leben. Plötzlich passiert etwas komplett Unvorhersehbares und ihre Welt steht kopf. In diesem Chaos treten zwei, auf ihre eigene Art und Weise, attraktive Typen in ihr Leben und so weiter und so fort. Wer kennt es nicht?

Schon gefühlt hundertmal gesehen und gelesen. Dieses Buch könnte man also getrost ignorieren und sich anderem zu wenden. Wäre da nicht diese kleine Information gegen Ende des Klappentextes, dass es sich mitnichten um den x-ten Abklatsch einer Liebesgeschichte von vor 100 Jahren handeln könnte. Worum könnte es sich bei den blutgierigen Schatten handeln? Schon wieder Vampire? Jein. Nicht ganz. Meine Neugier konnte mich dazu verleiten, mir das Buch näher anzuschauen. Möglicherweise hat es sich gelohnt. Seid gespannt.


Grober Handlungsverlauf

Die Erinnerungen an den grausamen Aufstand im Nordreich Amaron belasten Katerina, mittlerweile Sängerin der kaiserlichen Oper, bis zum heutigen Tag. Nur während ihrer Auftritte kann sie ihre Vergangenheit für einen Moment hinter sich lassen. Danach bricht wieder Dunkelheit über sie hinein. Daran kann auch ihr liebevoller Ziehvater nichts ändern. Eines Tages, als Katerina durch die Straßen schlendert, wird sie in einem unbedachten Moment fast von einer Kutsche überrollt, aber kurz vorher von einem Unbekannten gerettet. Ihr Retter entpuppt sich später als Jason. Ein höflicher junger Mann, der offenbar einer ehrenhaften Arbeit nachgeht.

Je mehr unsere Protagonistin ihm näher kommt, desto finsterer wird es um sie herum. Wobei, dies kann sich auch auf die düstere Macht, welche das Reich zu verschlingen droht, zurückführen lassen. Möglicherweise hängt auch beides zusammen. Katerina bleibt nicht lange Zeit, die nötigen Hinweise zu sammeln, denn der nächste Schicksalsschlag lässt nicht lange auf sich warten. Wäre das nicht genug, macht sie kurz danach Bekanntschaft mit in den Schatten hausenden Wesen, die ihr definitiv nichts Gutes wollen. Wie wird sie sich diesmal aus der Finsternis befreien?


Mein Fazit

*Achtung Spoiler*

Ich kann euch Entwarnung geben. In diesem Buch gibt es weder „klassische“ (Dracula ähnliche) noch glitzernde Vampire. Genauso wenig wie düstere Bad Boys, die jeder Frau den Kopf verdrehen. Wobei letzteres durchaus vorkommt. Aber nicht, weil eines dieser dunklen Wesen dies aus Liebe getan hat. Eher aus purer Lust und Freude. Ja, in diesem Buch kann es durchaus brutal zugehen. Es bleibt aber in einem eher erträglichen Rahmen. Es passiert nicht mehr, als man in einer blutigen Schlacht vermuten würde. Nur mit mehr düsteren Wesen.

Fangen wir am Anfang des Buches an. Wir können in aller Ruhe Katerinas Alltag verfolgen. Sie singt voller Leidenschaft in der kaiserlichen Oper und kann damit zahlreiche Zuhörer begeistern. Die vergangenen Ereignisse wüten auch Jahre, nachdem ihre Mutter ums Leben gekommen ist. Eine Person, über die wir nicht mehr als nötig erfahren, gibt ihr Halt im Leben. Bis zur schicksalhaften Begegnung mit ihrem Retter könnte es immer so weitergehen. Danach ist nichts mehr wie zuvor. Er scheint sie von Anfang zu begehren.

Hier kam mir spontan Edward, aus der Twilight Reihe in den Sinn, aber nur kurz. Denn dieser Kollege ist um einiges blutrünstiger als sein im Sonnenlicht glitzernder Kollege. Davon weiß Katerina lange Zeit nichts. Nur als ein geliebter Mensch nach dem anderen in ihrem Umfeld stirbt, hegt sie langsam Verdacht. Etwas später findet unsere Protagonistin Zuflucht bei einem anderen, ebenfalls attraktiven Charakter namens Dave, Zuflucht. Bis zu diesem Augenblick zog sich das Buch ziemlich in die Länge. Weit mehr als, was ich euch gerade angerissen habe, passiert bis zur Hälfte des Buches nicht.

Fairerweise muss ich erwähnen, dass sich die Autorin in Hinsicht auf Details sehr viel Zeit gelassen hat. Jede Ecke der Umgebung, viele Charaktereigenschaften, jeder Duft, jede Tätigkeit, nahezu jeder Handgriff und jeder Fussel wurde ausgiebig beschrieben. Das braucht Zeit. In Anbetracht des Umfangs, sehr viel. Deshalb nehme ich es Mila nicht übel. Dennoch wird es nicht jedermanns Sache sein. Sogar ich, der diese Art von Beschreibungen sehr gerne mag, hatte zu kämpfen. Aber danach wird eure Geduld belohnt.

Kaum ist Katerinas Leben aus den Fugen geraten und in ihr neues Leben gerutscht, geht es ordentlich rund. Es gesellen sich viele neue Gesichter hinzu. Jedes ist für sich etwas Besonderes, wenn einige davon nicht lange in der Handlung verweilen, blieben sie mir im Gedächtnis. Auch Jason und Dave gewinnen ordentlich als Substanz. Was mir gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass sie nicht aufeinander kleben, sondern komplett unabhängig agieren. So haben wir als Leser ausreichend Zeit, beide besser kennenzulernen und ihre Beweggründe besser zu verstehen. Nur Katerina wechselt immer mal wieder ihre Position. Die Entwicklung, die sie im Laufe der Handlung durchgemacht hat, hat mir ebenfalls gut gefallen.

Die herbeigesehnte Abwechslung bekommt ihr im zweiten Abschnitt des Buches zuhauf. Ungewöhnlich, aber sehr willkommen, empfand ich die eigenen Abschnitte für Nebencharaktere. So wirkten die rasanten und auch ruhigen Szenen umso immersiver. Die Geschehnisse aus der Sicht der aktuellen Charaktere in der gegenwärtigen Szenerie zu erleben, hatte das gewisse Etwas.

Das Ende klärte die anfänglichen Fragen gekonnt auf und endete in einem rasanten Endkampf, wo Licht und Schatten aufeinandertrafen und ein staunendes Ich hinterließ. So einen gelungenen Showdown dieser Art hatte ich schon länger nicht mehr. Gut gemacht. Trotz zähem Anfang konnte mich das Buch überzeugen. Wenn euch meine Kritik nicht stört, gebt dem Buch gerne eine Chance.


Buchinformationen

VerlagVajona Verlag
AutorinMila Rosgeber
Erscheinungsjahr2023
GenreFantasy
Seiten496
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Informationen über die Autorin

Mila Rosgeber wurde im Jahr 1995 in Spaichingen geboren. Heute ist für sie eine kleine Stadt nahe Jena, die einzig wahre Heimat. Bereits in frühster Kindheit war sie von Geschichten jeglicher Art begeistert, schrieb in ihrer Schulzeit weiter, wo ihre Lieblingsbücher aufhörten und zeichnete die Charaktere, die sie beeindruckten. Während ihrer Ausbildung stürzte sie sich in ihr erstes Romanprojekt. Heute ist es ihr Herzenswunsch, den Leser in eine fantastische Welt voller Gefühl und Spannung abtauchen zu lassen und mit eindrucksvollen Illustrationen zu verzaubern.

https://www.milasbuchwolke.de/
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