[Rezension] Liza Grimm „Talus – Die Magie des Würfels“

Mit rythmischen Bewegungen klopfte Erin den Metalllöffel gegen den harten Stein. Wieder und wieder. Es war die einzige Beschäftigung, die sie in den letzten zwei Wochen von ihren Gedanken ablenkte.

Klack. Klack. Klack.

Sie hatte versucht, sich neue Geister-Geschichten auszudenken. Stundenlang war sie in ihre Erinnerungen abgetaucht. Dich als sie dort nichts als Schmerz gefunden hatte, war sie wieder zum Klopfen zurückgekehrt.

Klack. Klack. Klack.

Die Langeweile war ihr kleinstes Problem.

Platz eins war eindeutig die Tatsache, dass ihr Schicksal in der Hand eines gesichtslosen Rates lag, dessen Mitglieder sie seit ihrer Gefangennahme kein einziges Mal besucht hatten.

Klack. Klack. Klack.

Zwei Mal gegen den Boden, ein Mal gegen die Wand.

We will. We will. Rock you.



Mein Fazit

Stellt euch vor, es gibt ein magisches Artefakt welches dir deinen Herzenswunsch erfüllt. Klingt zu schön um wahr zu sein. Vor allem wenn man bedenkt was sich dieses dafür nimmt. Dennoch streben viele Hexer nach der Macht die dem kleinen unscheinbaren Würfel innewohnt. 

Die Handlung des zweiten Buches knüpft nahezu nahtlos an die des Ersten an. Der Würfel wurde benutzt und die Welt der Menschen und Hexer versinkt im Chaos. 

Erin, Kaito, Noah, und Jessica begeben sich auf die Suche nach der Person die dafür verantwortlich ist. Gleichzeitig verfolgt jedes Mitglied der kleinen Gruppe sein eigenes Ziel. 

So kommt etwas mehr Bewegung in die Anfangs sehr langsam in Fahrt kommende Handlung. Neben der Suche nach dem mächtigen Würfel führt uns die Autorin auch die Auswirkungen und Ereignisse neben der Haupthandlung vor Augen. So wird ein beinahe Mittendrin Gefühl erzeugt. Klappt halt nur nicht immer, da der Schreibstil meiner Meinung nach zu wenig Schwung aufbaut um die Spannung zu halten. 

Da helfen die groß aufgebauschten Plot Twists, die Geschichte um Erins Vorfahren, die Entwicklung der Charaktere ganz Allgemein, und die Erweiterung des Wissens rund um die Welt der Hexer nur bedingt.

Abseits der schleppenden Handlung gibt es hier so einiges zu entdecken. Die vielen kleinen Details mochte ich sehr gerne. Gut gefallen hat mir die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen Erin und Kaito. Diese begleitete uns die komplette Handlung. Dies sorgte nicht nur für weitere Abwechslung, sondern auch für etwas Licht in der düsteren Welt voller Gier nach Macht. 

Die Ereignisse gegen Ende und die abschließenden Zeilen wirkten auf mich etwas komisch. Ein Happy End kommt nach den Verlusten und dem Verrat von einer geliebten Person etwas eigen daher. (Nur ein klitzekleines bisschen.)

Am Ende kann ich sagen dass das Buch bzw die Reihe durchaus seine/ihre Daseinsberechtigung hat. Ob es einen Blick wert ist überlasse ich euch. Für mich war es okay. Nicht mehr, nicht weniger. 

Die liebe Tamara hat mir beim Lesen virtuelle Gesellschaft geleistet. Schaut gerne bei ihr vorbei. 


VerlagAutorBezeichnungSeitenErscheinungsjahrLink zur Buchhandlung
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Infos zur Autorin

Liza Grimm studierte in München Germanistik und verliebte sich währenddessen in Geschichten. Nach ihrem Studium absolvierte sie ein Volontariat bei Neobooks, inzwischen arbeitet sie als Fantasy und Science Fiction Lektorin. Wenn sie gerade nicht schreibt, twittert sie leidenschaftlich gerne über ihren Hund und dreht YouTube-Videos rund um Bücher.

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