[Rezension] Leo Born „Eisige Stille“

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Einleitung

Als ich die Reihe vor drei Jahren entdeckt habe, hätte ich nicht gedacht, dass es so viele Teile werden. Heutzutage orientieren sich viele Autoren an drei Stück. Wenn sie gute Laune haben sogar etwas mehr.

Diese Reihe hat sich bisher mit jedem neuen Teil verbessert und mich tiefer in den Alltag von Mara Billinsky eintauchen lassen. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, wie facettenreich und vor allem spannend diese geschrieben wurde. Sie ist sicher nicht die erste Kommissarin, die ihren männlichen Kollegen zeigt, wo der Hammer hängt und einen Fall nach dem anderen löst, aber die Erste, die mich bisher nicht gelangweilt hat.

Auch ihr Umfeld wurde nicht weniger spannend geschrieben. Jeder Charakter hat seinen Platz und trägt mal mehr, mal weniger zum aktuellen Fall bei.

Dementsprechend war ich umso gespannter, wie sich der mittlerweile achte Teil der Reihe schlägt. Irgendwann nutzt sich doch jedes Konzept ab, oder?


Grober Handlungsverlauf

Der Sommer scheint die grauen Zellen vieler Menschen in Frankfurt ordentlich durchzubraten, anders lässt sich nicht erklären, warum es mehrere Morde in die Schlagzeilen geschafft haben. Hier eine Vergewaltigung, da ein Missbrauch, ein anderes Opfer wird zur menschlichen Fackel. Kein Wunder also, dass Mara und Team alle Hände voll zu tun haben. Mal abgesehen davon hält ein alter Bekannter, oder eher Unbekannter, die Truppe auf Trab.

Als wäre das nicht genug, geht die Liebesgeschichte zwischen Erik Nordin, einem schwedischen Ermittler, und Mara Billinsky in die nächste Runde. Kann sie ihm vertrauen? Oder ist er genauso wie alle anderen Männer in ihrem Umfeld? Mit diesen Gedanken fällt es ihr schwer, sich auf den aktuellen Fall zu konzentrieren.

Weil das auch noch nicht reicht, verschwinden nach und nach wichtige Menschen aus dem Leben unserer Kommissarin. Diese haben ihr bisher das Gefühl gegeben, dass das Leben auch seine guten Seiten hat. Nun sind sie weg. Wenn Mara nicht Gas gibt für immer.

Schafft es Mara Billinsky den Fall zu lösen oder stürzt sie diesmal Vollgas einen Abgrund hinab?


Mein Fazit

Wahnsinn. Ich kann mich noch erinnern, wie mir die Mara Billinsky Reihe durch Zufall untergekommen ist. Seither sind drei Jahre und ein paar Monate vergangen. Inzwischen sind ganze acht Teile erschienen. Mit jedem weiteren wurde der Alltag unserer Kommissarin, die vor allem zu Beginn, aufgrund ihres Aussehens nur die Krähe genannt wurde, immer umfangreicher. Mit ihrer eigenwilligen Art und Weise an einen Fall heranzugehen, machte sie sich nicht beliebt. Dennoch schaffte sie es mit der Zeit Respekt und Sympathie zu gewinnen. Vor allem ihr Kollege Jan Rosen, der genauso wie Mara ein Außenseiter war, hat sich ordentlich entwickelt.

Genauso verhält es sich mit den Büchern selbst. Die ersten beiden Teile haben mir gut gefallen. Keine Meisterwerke, aber sie konnten mich gut unterhalten. Mittlerweile gehört die Reihe zu meiner liebsten im Thriller Genre. Das liegt vor allem daran, dass der Autor es schafft, die lebendige Welt, in der sich die Handlungen abspielen, realistisch, nachvollziehbar, mit einer gesunden Portion Humor und ernst zu nehmenden Charakteren zu füllen, die sich mit jedem Buch mindestens einen Schritt vorwärts bewegen.

Dennoch ist hier etwas anders. Nicht nur, weil die Stimmung düsterer und unberechenbarer daher kommt, sondern weil Mara diesmal nicht nur direkt gezeigt bekommt, was es heißt an der Wand zu stehen und dabei zuzusehen, wie geliebte Menschen der Reihe nach aus ihrem Leben verschwinden. Dass sie diesmal einen besonderen Bösewicht vor sich hat, bemerkt sie erst, als zwei ihrer engsten Freunde auf tragische Weise das Zeitliche segnen. Es wurde zuvor mehrfach angedeutet, was passiert, wenn man sich in fremde Angelegenheiten einmischt, dennoch hat Mara Billinsky nicht locker gelassen. Aber ist es ausschließlich ihre Schuld, dass so viele Menschen ermordet wurden? Das ist eine der vielen Fragen, die man sich während des Lesens stellt. Eines ist klar, einfach mit Vollgas drauf lospreschen funktioniert hier nicht mehr.

Das Tempo, welches ich in den vergangenen Büchern gelobt habe, wurde hier verringert. Stattdessen bekommen wir eine bedrohliche zähe Stimmung, die sich dadurch auszeichnet, sich still und heimlich anzuschleichen, um im richtigen Moment einem einen Schrecken einzujagen. Durch diesen Eindruck nimmt man die bekannte Umgebung komplett anders wahr und lernt ihre kalte, unberechenbare Seite kennen.

Nicht dass es in den anderen Teilen nie eine hoffnungslose Situation gab, jedoch fand sich recht schnell ein Ende des Tunnels. Hier ist der Tod zum Greifen nah. Gefühlt jeden kann es treffen. Es gab nicht wenige Momente, in denen ich mir Sorgen um Mara machte. Ihr Charakter machte hier abermals eine Wandlung durch. Diesmal stehen ihre Gefühle klar im Vordergrund, die ganz klar zeigen, dass hinter ihrer Fassade kein Stein, sondern ein Teich an Gefühlen wartet, der jederzeit übergehen kann. Klingt erst einmal etwas dramatisch, passt aber perfekt zum Rest.

Die restlichen Charaktere, unter anderem ihr Helferlein Jan Rosen müssen sich auf keinen Fall verstecken. Auch sie haben eine Portion Weiterentwicklung und teilweise eigene Passagen spendiert bekommen. Kaum einer hegt mehr einen Groll gegen unsere Kommissarin mit dem finsteren Blick. Diesmal ziehen fast alle an einem Strang, auch wenn dieser Fall zunächst kaum voranschreitet.

Was soll ich sagen? Leo Born konnte mich auch diesmal für mehrere Stunden an eines seiner Bücher fesseln. Diese Reihe bleibt mein klarer Favorit.


Buchinformationen

VerlagLübbe
AutorLeo Born
Erscheinungsjahr2023
GenreThriller
Seiten448
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Informationen über den Autor

Leo Born ist das Pseudonym eines deutschen Krimi- und Thriller-Autors, der bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht hat. Seine unkonventionelle Kommissarin Mara Billinsky hat zahlreiche Fans und auch in seiner neuen Reihe lässt der Autor LKA-Kommissar Jack Diehl gewohnt spannend auf Verbrecherjagd gehen. Der Autor lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main.

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