[Rezension] Jan-Erik Fjell „Nachtjagd“

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Einleitung

Wer mich schon etwas länger verfolgt, der weiß, dass ich eine Schwäche für skandinavische Romane habe. Daher fiel es mir schwer dieses Buch zu ignorieren. Als mich dann noch Brigitte von der Tyrolia Buchhandlung gefragt hat, ob ich das Buch lesen möchte, war es vorbei mit meinem Widerstand. Wie immer gilt, meine Meinung bleibt davon unberührt, wenn mir etwas nicht gut gefallen hat, lasse ich euch das wissen.

Rein optisch macht das Buch auf jeden Fall etwas her. Das Cover wirkt mysteriös, fast bedrohlich. Wer weiß, welche düsteren Ereignisse sich dort abgespielt haben, oder ob es erst dazu kommt. Eines vorweg, speziell diese Stelle stellt nur ein kleines Puzzlestück dar. Dieser Thriller war so anders, als die letzten, die ich gelesen habe. Seid gespannt.


Grober Handlungsverlauf

In Norwegen wird am Ufer eines Sees eine junge Frau gefunden. Tot, ihr geschundener Körper lässt nur vermuten, was mit ihr passiert sein könnte. Verwertbare Spuren finden man kaum bis gar keine. Jedoch reichen diese aus, um den flüchtigen Serienmörder Stig Hellum zu verdächtigen. Immerhin ist dieser wieder frei und quicklebendig. Kriminalkommissar Anton Brekke und sein Team müssen schnell handeln, bevor der eiskalte Mörder sein nächstes Opfer findet. Leider gibt es zum aktuellen Zeitpunkt der Handlung viel zu wenig Informationen, um herauszufinden, wo sich dieser befindet. Genauso wenig ist bekannt, nach welchem System er seine Opfer auswählt.

Ein verurteilter Mörder in der Todeszelle könnte den Ermittlern dabei helfen, den Fall zu lösen. Wird seine Erzählung über die verhängnisvolle Nacht vor über 10 Jahren ausreichen, Licht ins Dunkel zu bringen?


Mein Fazit

Skandinavische Thriller haben das gewisse Etwas. Beinahe bei jedem welchen ich bisher gelesen habe, bekam ich mehrfach Gänsehaut. Sie sind vom Stil so viel anders als ihre deutschen Vertreter. Natürlich kann es auch (nur) an der Umgebung liegen. In diesem Buch beispielsweise spielt die Handlung in Norwegen. Die Gegend scheint an sich erst einmal schöne Plätze zu bieten. Gleichzeitig schafft es der Autor selbst, die gewöhnlichsten Orte unheimlich erscheinen zu lassen. Wenn es dann in der Handlung zu regnen beginnt, oder die Telefonnetze herumzicken, ist die Ruhe vorbei. Natürlich ist es langweilig, wenn immer die gleiche Stimmung herrscht. Eine gute Mischung darf es schon sein.

Der Autor hat definitiv ein Gefühl dafür. Sobald es zu einem Verdacht kam, oder Anton Brekke in Gefahr war, kippte die Stimmung entweder ganz langsam, oder ur plötzlich. Als hätte jemand das Licht ausgeknipst. Wahnsinn wie gut das umgesetzt wurde. Auch Ereignisse außerhalb der eigentlichen Handlung wurden nicht vernachlässigt. Unser Ermittler leidet z.B. an körperlichen Beschwerden, welche sehr detailliert und nachvollziehbar beschrieben wurden. So gut, dass ich automatisch mit ihm gelitten habe.

Die Geschichte von unserem Mann im Todestrakt wird nebenher erzählt, wirkt aber nie so, als diente sie nur als Beiwerk, damit die Haupthandlung nicht so alleine da steht. Die Geschichte unseres Todeskandidaten wurde spannend erzählt. Man erfährt auch, dass er eigentlich ein ganz normaler Mensch ist. Wenn man jedoch erkennt, worin dieser verwickelt ist, sieht man ihn vielleicht mit anderen Augen. Ich glaube, das ist dem Leser überlassen, ob seine Strafe gerechtfertigt ist, oder nicht.

Machen wir weiter mit dem Rest.

Die Arbeitskollegen von Anton Brekke erfüllen ihren Zweck, steuern immer wieder hilfreiche Informationen bei, aber viel mehr bekommen wir von ihnen nicht zu sehen. Das ist jetzt kein Beinbruch, oder Grund für eine Abwertung. Immerhin liegt der Fokus ganz klar bei Stig Hellum, dem Mann in der Todeszelle und unserem Kriminalkommissar. Daher passt das gut, wie es ist.

Die Umgebung, die Reihenfolge der Ereignisse, der rote Faden, alles hatte seinen Platz und bot ausreichend Details um keine Langweile aufkommen zu lassen.

Das Ende rundete das Ganze perfekt ab. Rasant, plötzlich und unvorhersehbar. Top.

Ein rund um gelungener Thriller.


Buchinformationen

VerlagGoldmann Verlag
AutorJan-Erik Fjell
Erscheinungsjahr2023
GenreThriller
Seiten512
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Über den Autor

Jan-Erik Fjell wurde 1982 geboren und wuchs bei Fredrikstad im Westen des Oslofjords auf. Er studierte Informatik, heute ist er als Radiomoderator tätig und widmet sich dem Schreiben von Kriminalromanen. Er zählt zu den erfolgreichsten Krimiautoren Norwegens und wurde mit dem renommierten Preis des norwegischen Buchhandels und dem Frederik-Preis ausgezeichnet. Seine Thriller um den Kommissar Anton Brekke stürmen in Norwegen regelmäßig die Bestsellerlisten.

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