[Rezension] Jan Beck „Die Nacht“ (Björk und Brand Bd.2)

„Dieser Beitrag enthält Werbelinks“

Aus diesem Albtraum wirst du nicht erwachen!

Hannas Herz schlug nicht mehr ganz so schnell wie zu Anfang. Sie atmete tief und ruhig und hielt die Augen geschlossen, um den Mann in seinem Glaskasten nicht sehen zu müssen.

Sie wusste, dass sie beide ihrem Entführer ausgeliefert waren, sie wusste aber auch, dass sie nicht weiter darüber nachdenken durfte. Weil es sie bloß wahnsinnig gemacht hätte. Hanna versuchte, in Gedanken an einen fernen Ort zu reisen – auf die Malediven vielleicht, wo sie vor Jahren den schönsten Urlaub ihres Lebens verbracht hatte, zusammen mit ihrem allerersten Freund, den sie damals für den Mittelpunkt ihres Lebens gehalten hatte.

Sie holte sich alles ins Bewusstsein zurück. Ließ ihrer Fantasie freien Lauf. Der kalte Luftstrom wurde zu dem des Ventilators an der Zimmerdecke. Das beständige Rauschen zum Rauschen des Meeres, die Dunkelheit zum tintenschwarzen Himmel der Malediven mit seinen Abertausenden von Sternen.

Doch plötzlich wurde es hell. Hanna riss die Augen auf und war wieder in dem Gefängnis, aus dem es kein Entkommen gab …



Mein Fazit

Es sollte eine Auszeit vom stressigen Alltag sein. Eine Zeit ganz für sie, wo Hanna mit ihren Gedanken ganz alleine sein kann. Das Gewitter, welches im späteren Verlauf ihrer Wanderung über den Wald und auch die einsame Wanderin hereinbricht, ändert die entspannte Stimmung schlagartig. 

Im Moment darauf rennt Hanna um ihr Leben, bis sie stürzt und sich wenig später in einem engen Gefängnis wiederfindet. Mit ihr zusammen warten weitere Gefangene auf den Nacht für Nacht kommenden Tod. Der Täter überlässt unfreiwilligen Zuschauern die Entscheidung ob ein bestimmter Mensch in seiner Zelle sterben soll oder nicht. 

Als Entscheidungshilfe soll ein Ausschnitt eines in der Vergangenheit begangenes Verbrechen dienen. Wer würde einen Kriminellen für seine Taten nicht büßen lassen wollen? Vor allem wenn es so einfach geht. 

Neben der sehr spannenden Haupthandlung begleiten wir unter anderem Björk und Christian Brand bei ihren Ermittlungen. Die beiden kennen wir ja schon aus dem letzten Teil. Seit dem hat sie so einiges im Leben beider verändert.

Zwischendurch bekommen wir auch Kapitel von Menschen serviert die scheinbar nur ihrem Alltag nachgehen, und nichts mit den Ermittlungen oder dem Täter gemeinsam haben. Lange Zeit scheint es auch so zu sein. Bleibt dieser Eindruck auch weiterhin bestehen?

Vom Vorgänger war ich schon etwas angetan. Aber dieses Buch hier ist der Wahnsinn. 

Sowohl von der Handlung, als auch von der Erzählweise, dem Schreibstil und den Charakteren her. Etwa bis zur Hälfte, und etwas darüber hinaus, werden wir mit Handlungs Schnipseln gefüttert die einzeln gut funktionieren, aber erst wenn sich das Puzzle zusammenfügt wird man als Leser mit einer weitreichenden Geschichte aller Charaktere belohnt. Mittendrin stehen Christian Brand und Björk, die über alle Seiten hinweg ganz in ihrem Element sind. Auch die anfangs sonderbaren und fast schon zu normalen Nebencharaktere, böse Zungen würden sie sogar als Statisten bezeichnen, spielen eine sehr wichtige Rolle. Nicht umsonst haben sie eigene Kapitel spendiert bekommen.

Genauso wie der äußerst intelligente Täter hat auch der Autor nichts dem Zufall überlassen. Mit diesem Buch hat er mich als Fan gewonnen. 


VerlagAutorBezeichnungSeitenErscheinungsjahrLink zur Buchhandlung
Penguin VerlagJan BeckThriller4642021Bei Tyrolia bestellen

Infos zum Autor

Jan Beck, 1975 geboren, ist das Pseudonym eines erfolgreichen deutschsprachigen Autors. Bevor er sich dem Schreiben widmete, arbeitete Jan Beck als Jurist. Sein rasantes Thrillerdebüt »Das Spiel« wurde auf Anhieb zu einem Bestseller. Wenn Jan Beck nicht gerade schreibt, verbringt er seine Zeit in der Natur, besonders gerne im Wald.

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