[Rezension] Jan Beck „Das Ende“ (Björk und Brand Bd.4)

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Einleitung

Mitte Juni war es endlich so weit. Ich durfte Jan Beck persönlich bei einer seiner Lesungen treffen. Thema war das zu diesem Zeitpunkt neue Buch „Das Ende“, welches die Björk und Brand Reihe abschließt. Nach ein paar vom Autor gelesenen Stellen aus dem Buch war klar, dass es ich es haben möchte. Dennoch hat verging seitdem etwas Zeit.

Was unter anderem an meiner selbst auferlegten Auszeit liegt. Ich wollte das Buch nicht in einem falschen Moment lesen. Dementsprechend musste es warten.

Kennt ihr das auch? Ihr habt irgendwie schon Bock auf lesen, aber irgendwie auch nicht?

Egal. Vorgestern (24.07.23) habe ich es angefangen und heute beendet.

Erster Eindruck: Es wirkt und ist so viel anders als die drei Teile zuvor. Ich kann es nicht beschreiben. Es fällt mir schwer dieses Gefühl nach dem Beenden von „Das Ende“ einzuordnen. Dementsprechend wird diese Rezension etwas anders verlaufen. Freut euch also auch hier über etwas Abwechslung.

Viel Spaß. 🙂


Grober Handlungsverlauf

Nach einem mehrdeutigen Prolog verfolgen wir die Spur einer jungen Frau, die mit einem kleinen Jungen durch die belebte Innenstadt läuft. Da ER hinter ihr her ist, achtet sie darauf, nicht zu lange an einem Ort zu verweilen. Da sich an ihrem aktuellen Standort sehr viele Menschen tummeln kommt ihr sehr zugute. Wir bekommen den Verfolger jedoch nie zu Gesicht. Genauso wie die junge Frau den nächsten Tag nicht mehr kommen sieht. An diesem Tag verlässt ihre Seele ihren Körper. Das Kind gilt seitdem als verschwunden.

Szenenwechsel. Norbert Karl ist unser nächster Kandidat. Er arbeitet aktuell von Zuhause aus. Da sein Abfluss verstopft ist, hat er wenige Minuten vor dem Beginn des Kapitels einen Klempner gerufen, der sich das Problem näher ansehen soll. Wenige Minuten später steht tatsächlich jemand vor der Haustür. Ohne einen Ausweis zu verlangen oder sich nach dem Namen zu erkundigen, wird der Mann in die Wohnung gelassen. Dass das ein Fehler war, wird Norbert Karl erst bewusst, als er von diesem ermordet wird. Während bei ihm Blut aus sämtlichen Öffnungen fließt, ist der Abfluss immer noch verstopft.

Nummer drei im Bunde ist Gregor Born. Ein Ermittler, dem der Fall der verunfallten Frau komisch vorkommt. Vor wem ist diese geflohen? Warum fand man nahe der Straßenbahn einen Teddybären in einem Müllkübel? Dementsprechend macht er sich trotz Verwarnungen seines Chefs selbstständig auf die Suche nach dem wahren Grund und findet mehr heraus, als ihm lieb ist. Hätte er einfach wie von seinem Vorgesetzten gewünscht Feierabend gemacht.

Zu guter Letzt haben wir noch die Bewohnerin einer Seniorenresidenz. Margarethe Stramm. Dieser scheint gerade dabei zu sein einen Fluchtplan zu schmieden, um so schnell wie möglich an einen Ort weit weg von ihrem derzeitigen Zuhause zu kommen. Zwei Dinge hindern sie jedoch daran. Erstens, die Pfleger sehen es nicht gerne, wenn ihre senilen Bewohner vorhaben zu flüchten und zweitens ist ihr geistiger Zustand nicht mehr der jüngste. Offenbar scheint Margarethe schon öfter auf die Idee gekommen zu sein zu fliehen. Aber woran scheiterte jeder ihrer Fluchtversuche? Sie kann sich nicht erinnern.

So unglaublich es scheint, alle Personen haben eines gemeinsam. Aber was? Das gilt es herauszufinden.

Björk und Brand haben neben diesem Fall auch noch ihre neue Vorgesetzte hängen, die ihren Fokus nicht nur auf den Fall legt. Dann gibt es da noch den lästigen und überheblichen Assistenten, der ihr, sooft es geht, hinterher schwänzelt.


Mein Fazit

Nachdem ich meiner Freude, Jan Beck endlich persönlich getroffen zu haben, genügend Luft gelassen habe, um ein faires Urteil zu fällen, könnt ihr nun meine Meinung dazu lesen. Im Verlauf der Rezension wird klar, dass mir diese sehr schwergefallen ist.

Das liegt unter anderem an den vielen Perspektiven und vor allem der zeitlichen Einteilung. Einerseits haben mir die vielen Charaktere und die damit verbundenen Nebenrollen gut gefallen. Jede Person konnte sich innerhalb ihres Spielbereiches entfalten und ihre Geschichte erzählen. Deren Geschehnisse werden für die gegenwärtige Handlung noch von hoher Wichtigkeit sein.

Andererseits ging bei mir oft die Übersicht flöten, wenn es um die Zeit, in der erstere stattfinden, etwas flöten. Erst ab der Mitte der Buches gibt es einen Hinweis auf den Zeitraum im aktuellen Kapitel. Die Gegenwart ist klar. In dieser ermitteln Brand und Björk.

Aber wann fanden die Szenen zu Beginn der Handlung statt? Wann wurde die Frau im Straßenverkehr getötet? Ich hatte viele Fragen. Diese wurden zwar alle gegen Ende mehr oder weniger aufgeklärt, aber bis dahin schwirrte mir etwas der Kopf.

Kommen wir zu den Charakteren. Björk und Brand sollten mittlerweile jedem, der die Reihe kennt, bekannt sein. Diese haben seit dem ersten Teil einen ordentliche Entwicklung durchgemacht. Genau so mag ich das. Die Zeit steht nicht still, nur weil der Fall gelöst ist. Trotz einer neuen Ordnung in deren Arbeitsumfeld kommen die beiden genauso „gut“ miteinander klar wie zuvor. Die neue Chefin von Europol wirkte auf mich wie ein aufstrebender TikTok Star. Es ist eine Sache, wenn unsere Top-Ermittler ständig in den Nachrichten landen, aber die die sozialen Medien zu fluten, anstatt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, die andere.

Glücklicherweise werden wir die meiste Zeit damit verschont. Immerhin spielt unser beliebtes Ermittlerduo die Hauptrolle. Daran kann auch der aufdringliche Assistent der motivierten Dame nichts ändern.

Die Handlung selbst wechselte munter zwischen den bereits erwähnten Perspektiven hin und her. Jedes Kapitel wurde, warum auch immer, mit einem Cliffhanger abgeschlossen. Dieser war, meiner Meinung nach, nicht immer nötig, zumal die Auflösung eher mager war. Vieles wirkte offen gesagt etwas erzwungen. Abseits davon gefiel es mir gut, dass wir immer mehr Informationen bezüglich der Hintergründe der Geschehnisse bekommen haben. Was der schlussendlichen Auflösung nicht wirklich geholfen hat. Der Prolog wurde dadurch nur halbwegs erklärt. Das Ende verwirrte mich.

Warum wurden bestimmte Menschen „nur“ entführt und nicht wie andere getötet? Welchem Zweck dienten diese genau? Selbst Stunden nach dem Ende des Buches komme ich auf keine zufriedenstellendes Ergebnis.

Zum Schluss noch etwas Positives. Der Schreibstil selbst ist typisch Jan Beck. Rasant und brutal mit Verschnaufpausen zum richtigen Zeitpunkt.

Das Ende der Reihe war insgesamt betrachtet ernüchternd, wenn nicht sogar enttäuschend. Aber das sehe bestimmt nur ich so.

Was meint ihr? Kennt ihr das Buch schon?


Buchinformationen

VerlagPenguin Verlag
AutorJan Beck
Erscheinungsjahr2023
GenreThriller
Seiten400
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Informationen über den Autor

Jan Beck, 1975 geboren, ist das Pseudonym eines erfolgreichen deutschsprachigen Autors. Bevor er sich dem Schreiben widmete, arbeitete er als Jurist. Seine Thriller »Das Spiel«, »Die Nacht« und »Die Spur« – die seine Leser tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lassen – standen wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Wenn Jan Beck nicht gerade schreibt, verbringt er seine Zeit in der Natur, besonders gerne im Wald.

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