[Rezension] Ellen Dunne „Unfollow Stella“ (Teil 4)

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Einleitung

Hi. Letztes Mal habe ich euch bereits eines der, von meiner Buchhandlung zur Verfügung gestellten Bücher, vorgestellt und war sehr angetan davon. Sowohl optisch als auch inhaltlich interessanter als andere Exemplare im Genre. Vor ein paar Tagen habe ich „Unfollow Stella“ begonnen und heute Vormittag beendet. (28.10.23).

Da in dem Buch viel erklärt wurde und sich viele Informationen auf die Vergangenheit bezog, habe ich nach einer kurzen Recherche festgestellt, dass es bereits vier Teile dieser Buchreihe gibt. Dieser Fakt hat meinem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch getan. Es wäre schlauer von mir gewesen mich vorher und nicht nachher zu informieren. Glücklicherweise fühlte ich mich innerhalb der Handlung nie wirklich verloren.

Kennt ihr das Buch oder ein anderes aus dem Verlag schon?

Nun geht es weiter mit meiner Rezension. Kleiner Spoiler: Diese fällt diesmal nicht ganz so positiv aus.


Grober Handlungsverlauf

Von einem Tag auf den anderen verschwindet Stella spurlos. Kurz zuvor hatte sie noch Kontakt mit einer ihr nahestehenden Person. Danach herrschte Funkstille. Niemand aus ihrem Umfeld hatte gesehen, wohin sie gegangen sein könnte. Ihre Arbeitsstelle machte sich zu Beginn keine Sorgen. Immerhin ist sie eine erwachsene Person, die selbst entscheiden darf, was sie mit ihrer Freizeit anfängt. Nach einem längeren Zeitraum ohne eine Rückmeldung ihrerseits werden die in ihrem Ort ansässigen Ermittler zurate gezogen. Ihr letzter Kontakt macht sich Sorgen, dass ihr etwas zugestoßen sein könnte.

Von all dem weiß Patsy Logan, die sich vorgenommen hatte, eine Pause einzulegen, nichts. Bis zu dem Moment als Sam Feurstein, der in der österreichischen Botschaft in Dublin tätig ist, sie um ihre Hilfe bittet. Immerhin hat unsere Kommissarin schon einige Fälle gelöst und ihre eigene Art und Weise an Dinge heranzugehen ist zwar gewöhnungsbedürftig, erwies sich aber als sehr hilfreich.

Aus Stunden werden Tage, in denen sie Stellas Verschwinden mit einer Rekonstruierung ihrer vergangenen Tage nachvollziehen möchten. Eines ist von Anfang klar: Da steckt mehr dahinter, als es scheint. Darauf deuten ihre letzten Nachrichten hin. Von ihrem Doppelleben ahnen die Ermittler lange Zeit nichts.


Mein Fazit

Man möchte meinen, ich hätte aus den letzten Büchern gelernt, dass ich mich eventuell vor dem Kauf informieren sollte, welchen Teil ich gerade in den Händen halte. Aber nein. Wäre zu schön gewesen. Dann startet mein Lesevergnügen eben mit Teil vier. Die Autorin scheint für solche Fälle wie mich vorbereitet zu sein, da sie im Laufe der Handlung immer wieder Dinge aufklärt, die in der Vergangenheit passiert sind. Das gelegentliche „Bei der Hand nehmen“ fühlte sich immer richtig an.

Die Charaktere, darunter unsere Kriminalhauptkommissarin Patsy Logan, Hauptfigur der Reihe und Sam Feurstein, wurden recht flott und ausreichend detailliert vorgestellt. Erstere fühlte sich nicht an wie die x-beliebige von der Vergangenheit gepeinigte und von Selbstzweifel zerfressende Protagonistin an. Im Gegenteil, sie hat aus ihrer Vergangenheit gelernt und versucht (meistens) bestimmte Dinge anders anzugehen als zuvor.

Sam ist der Ruhepol des Duos. Er überlegt immer genau, was er wann wie macht, im Gegensatz zu seiner Partnerin, die zuerst auf den Putz haut und dann vielleicht überlegt, ob das Sinn gemacht hat. Was zu Beginn recht witzig war, wiederholte sich etwas zu oft. Nicht selten schlitterte die Gute so in eine Gefahrenzone, welche vermieden hätte können.

Die Handlung selbst wird nicht einfach stumpf erzählt, sondern immer wieder von Chatverläufen der beteiligten Seiten und Auszügen aus der Vergangenheit und Gegenwart von sanft bis ruppig unterbrochen. Manche Passagen waren mir etwas zu lang und zu „hip“ geschrieben. Schreiben junge Menschen wirklich so miteinander?

Der rote Faden war meistens klar. Das Verschwinden von Stella aufklären und so viele Informationen wie möglich sammeln. Ab der Mitte wurde es mir etwas zu diffus. Ab da wurde auch klar, dass Stella nicht nur ein öffentliches Leben, sondern auch ein verstecktes geführt hat. Die Verwirrung schien mir zu gewollt zu sein. Hier wurde nicht viel ausgeschmückt oder ein Vorspann erstellt, plötzlich passierten mehrere Dinge gleichzeitig und schaute zeitweise genauso doof drein wie Patsy zu jenem Moment. Apropos. Mit ihr bin ich noch nicht fertig.

Es mag sein, dass sie unkonventionelle Methoden bevorzugt, um an ihr Ziel zu kommen. Das passt und ist mir lieber als eine glatt geleckte und immer nach Vorschrift agierende Ermittlerin. Aber manchmal hätte ich mir von ihr gewünscht, dass sie sich mehr an Regeln hält. Stellenweise kam mir ihr Verhalten alles andere als intelligent vor. Ihre Alleingänge und die Gefährdung ihres Lebens sind nur ein Bruchteil ihrer Art zu ermitteln. Sam tat mir nicht selten leid. Immerhin musste er ihr hinterherzulaufen und auf sie aufzupassen.

Die im Klappentext angesprochenen bedrohlichen Ereignisse wurden gut in die laufende Handlung integriert. Je näher unsere Ermittler der Lösung des Falles kamen, desto mehr schloss sich die Falle über ihnen. Stellas Leben geriet dabei immer mehr in Gefahr. Verstärkt wurde dieser Eindruck durch ihre Nachrichten. Da die Chatpartner alle Nicknamen verwendet haben, war lange nicht klar, wer noch aller hinter ihrem Verschwinden und bestimmten Geschehnissen steckte.

Die Thematisierung von den sozialen Medien und die Auswirkungen dieser auf die Gesellschaft haben mir ebenfalls gut gefallen.

Grundsätzlich ein guter Roman, mit seinen Stärken und einer Handvoll Schwächen über die man durchaus hinwegsehen kann.


Buchinformationen

VerlagHaymon
AutorinEllen Dunne
Erscheinungsjahr2023
GenreKrimi
Seiten312
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Informationen über die Autorin

Ellen Dunne ist in Salzburg geboren, aber folgte ihrer Sehnsucht nach dem Meer – und lebt heute als Texterin und Schriftstellerin südlich von Dublin. Seit 2017 lässt sie ihre deutsch-irische Kommissarin Patsy Logan ermitteln, zuletzt in „Schwarze Seele“ und „Harte Landung“. Und das kann ganz schön erfrischend sein: Für die Recherche zu „Boom Town Blues“ wagte Dunne sich nach 17 Jahren auf der Insel zum ersten Mal in die Irische See.

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