[Rezension] Catherine Snow „Schatten der Magie: Das Arkane Portal“

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Einleitung

Hallo liebe Leser. 🙂 Freut mich, dass ihr es wieder hierher geschafft habt.

Seit mittlerweile (ca.) 4,5 Jahren treibe ich nun auf verschiedenen Plattformen als Buchblogger mein Unwesen. Bedingt durch die Schnelllebigkeit von verschiedenen Inhalten kam mir schon einiges unter, was mich zeitweise schockiert oder einfach nur mit dem Kopf hat schütteln lassen. Vor allem in Bezug auf Autoren. Natürlich wäre man als Schreiberling doof keinem Trend zu folgen, immerhin generiert man so mir nichts, dir nichts viele Follower/Anhänger. Alles schön und gut. Aber zu welchem Preis?

Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass viele Autoren, die mir früher recht gut gefallen haben, sich nur noch an den aktuellsten Themen orientieren. Dadurch haben sie sich zu stark von ihrem Alleinstellungsmerkmal weg bewegt und sind jetzt Teil der zähen nichtssagenden Masse.

Anstatt die Geschichten zu erzählen, die ihnen einfach so in den Sinn kommen. Sei es bei einem entspannten Spaziergang, im Urlaub, während einer alltäglichen Situation.

Als Buchblogger schreiben sich solche Zeilen recht leicht, immerhin verdiene ich weder mein Geld als Autor noch muss ich der Masse gerecht werden. Dennoch gibt es ein paar Autoren, die auch so Erfolg haben. Ohne jedem Trend hinterherzurennen.

Was hat das jetzt mit dem heutigen Buch zu tun, fragt ihr euch zurecht?

Ganz einfach. Cat ist eine von wieder mehr werdenden Autoren, die das schreiben, wonach ihnen gerade der Sinn steht. Klar, werden ein zwei Themen, die einmal im Fokus standen, in der Geschichte eingebaut, aber sie besteht nicht aus diesen. Das konnte die Liebe auch mit ihren vorherigen Büchern ganz klar beweisen. „Viridis“ und „Akademie im Niemals“ sind zwei Exemplare, die mit einer Geschichte aufwarten können, welche man nicht einfach so in 10 Min. woanders finden kann.

Seit dem sind viele Stunden, Tage, Wochen und Monate vergangen. In dieser Zeit ist viel passiert. Nicht nur im Leben von Catherine. Wird sie auch hier ihr Niveau halten können, oder ist ihr diesmal die Luft ausgegangen?


Grober Handlungsverlauf

Conrad Locksmith ist nicht nur ein Erfinder, sondern auch ein Mensch, der in dem unerschütterlichen Glauben lebt, dass die Magischen (menschenähnliche Individuen mit magischen Fähigkeiten) das größte Übel für die Menschheit sind und unbedingt ausgemerzt werden müssen. Dabei ist ihm jedes Mittel recht.

Indes haben wir eine Gruppe angeführt von dem Trickster Bane welche sich im Auftrag der Regentin auf die Suche nach mächtigen Artefakten macht. Diese magischen Gegenstände könnten den Magischen helfen mit den Menschen Frieden zu schließen. Praktischerweise bekommt die Gruppe einen Neuzugang namens Dakota.

Dieser scheint über ein umfangreiches Wissen und äußerst praktische Fähigkeiten zu verfügen. Dummerweise kann er sich kaum bis gar nicht an die Zeit vor dem Beitreten der Gruppe erinnern. Was ihm wohl widerfahren ist? Wir werden es im Laufe der Handlung herausfinden.

Die Handlung pendelt immer wieder zwischen diesen beiden Positionen hin und her und zeigt uns, dass jede Seite irgendwo ihre Berechtigung hat. Aber nur eine kann am Ende siegen.


Mein Fazit

Und wieder fällt es mir schwer irgendwo anzufangen, deshalb werde ich diesmal ganz klassisch am Anfang beginnen und mich langsam mit zum bitteren Ende durchhangeln.

Wir lernen als Erstes Conrad Locksmith kennen. Ein Erfinder, der mittels seiner Gerätschaften Magische fängt, um sie anschließend zu foltern. Was danach folgt, entscheidet er nach Lust und Laune. Diesem Gesellen begegnet man lieber nicht im Dunkeln. Anhand der ersten Szenen konnte ich mir ein gutes Bild über diesen Charakter machen. Glücklicherweise kann er nicht nur mit seiner Grausamkeit punkten. Weitere Charakterzüge und kommende Ereignisse runden das Gesamtbild gut ab.

Nach dem eindrucksvollen Einstieg lernen wir die Mitglieder der Gruppe kennen, die im Auftrag der Regentin auf der Suche nach einer friedlichen Lösung zwischen den Menschen und den Magischen sind. Bane, Cassandra, Sosanna, Leo und Dakota begeben sich auf eine spannende Reise voller Abenteuer, grausamer Menschen, mit einem Hauch Liebe und Verrat. Die Handlung wird zwar meistens aus der Sicht von Dakota erzählt, immerhin ist er aufgrund seines Gedächtnisverlustes ein guter Kandidat für einen Protagonisten, dennoch bekommen seine Mitstreiter immer wieder eine Absätze und Kapitel spendiert, in denen diese glänzen dürfen. Das Schöne ist, dass nicht nur unser quasi Hauptcharakter eine spannende Vergangenheit zu haben scheint. Auch die anderen können mit einigen spannenden Details punkten.

Das ist auch unser nächstes Stichwort. Cat hat es auch diesmal geschafft eine Handlung zu schreiben, die nur so vor Details und Einfallsreichtum strotzt. Hier möchte ich positiv anmerken, dass sich ihr Schreibstil seit Akademie im Niemals merkbar verbessert hat. Es wirkt alles etwas runder und durchdachter. Außerdem hat sie darauf verzichtet zu sehr dem Zeitgeist zu entsprechen. Soll heißen es wurde nicht auf Zwang ein queerer Charakter, eine tragische Vergangenheit oder ähnliches eingebaut, um mit der Masse mitschwimmen zu können. Dadurch liest sich das Gesamtwerk schön rund und man wird nie aus dem Lesefluss gerissen.

Anders als sonst hat die Autorin hier darauf verzichtet, sich zu sehr mit Erklärungen zu den von ihr erschaffenen Wesen aufzuhalten. Hier hat sie ihren Fokus ganz klar auf eine spannende Handlung gelegt. Somit werden die Leser nicht mit Wissen erschlagen, welches sie nur wenige Male brauchen. Es wurde auch nicht viel Neues erfunden. Viel mehr hat sich Catherine an bereits bestehenden Dingen orientiert und nach ihrem Geschmack verändert. Das meine ich durchaus positiv. Vor allem ist es ihr gelungen, mein liebstes Wesen perfekt in Szene zu setzen: Gestaltwandler. Dakota ist ab sofort mein Lieblingscharakter.

Zudem wurde, nach meinem Empfinden, viel Wert darauf gelegt, nicht zu viel über das arkane Portal zu verraten. Gleiches gilt für die Auftraggeberin der Gruppe. Wer ist die Regentin? Kann die Tante auch etwas anderes als seltsam zu grinsen? Ihre Leibwächter sind ebenso geheimnisvoll wie sie. Erst gegen Ende wird klar welche Rolle erstere spielt.

Ein weiteres Stichwort. Letzteres ist nicht vorhersehbar. Auch wenn man glaubt zu wissen, was am Ende passiert, wird man komplett daneben liegen. Die Wendung kann man fast nicht kommen sehen.

Wie sieht es mit Kritik aus? Das Buch wird ja wohl nicht schon wieder ein Volltreffer gewesen sein. Oder?

Auch wenn ich mir vorgenommen habe etwas kritischer zu sein und mehr auf Details zu achten, fällt es mir schwer hier irgendetwas zu finden, was mich gestört hat. Ich versuche es trotzdem.

Als Erstes würde mir da Cassandra einfallen. Ein Kind auf gefährliche Missionen mitzunehmen, welche nicht einmal kämpfen kann, ist es etwas komisch. Warum folgt der Schneeleopard ihr überallhin, anstatt sie in einem Happs zu verschlingen? Warum hat das „Einhorn“ eine menschliche Gestalt? Ist die tierische Form nicht praktischer? Sie sieht ohnehin nicht wie ein Mensch aus. An der Tarnung kann es nicht liegen. Warum wurde ausgerechnet Dakota Teil der Gruppe? Ist er nicht ein Sicherheitsrisiko, wenn er sich an nichts aus seiner Vergangenheit erinnern kann? Er könnte auch ein Feind sein. Warum gibt es so wenig Infos über Locksmith? Und dies und das?

Ich könnte ewig so weiter machen. Es würde nichts an einem Fazit ändern. Erstens, weil das reine Erbsenzählerei ist und weil die positiven Seiten dafür zu sehr überwiegen.

Auf der besagten Seite haben wir spannende Charaktere, eine mitreißende Handlung, eine detaillierte Umgebung, eine kleine Liebesgeschichte, einen flüssigen und schönen Schreibstil und ein Ende, welches es in sich hat.

Cat ist auch hier wieder ein gutes Buch gelungen. 🙂


Buchinformationen

VerlagBookapi Verlag
AutorinCatherine Snow
Erscheinungsjahr2023
GenreFantasy
Seiten354
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Informationen über die Autorin

Catherine Snow, 1991 geboren, lebt mit ihrer Familie in Innsbruck. Im Februar 2020 erschien ihr Debüt »Viridis – Der Seelenfänger«, im Januar 2021 folgte der Auftakt zu ihrer phantastischen, dreiteiligen Kurzgeschichten-Reihe »Das Amulett der Zeitreisenden« um die junge Archäologin Penelope Pope. Im Dezember 2021 erschien ihr dystopischer Fantasyroman »Die Akademie im Niemals« beim Bookapi Verlag, wo auch ein weiterer Roman von ihr veröffentlicht wird. Die Autorin studiert Primarpädagogik und hat ein Faible für die Britischen Inseln.

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