[Rezension, Buddyread] Meike Werkmeister „Am Horizont wartet die Sonne“

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Einleitung

Hallo liebe Leser. Freut mich sehr, dass ihr es wieder auf meinen Blog geschafft habt.

Heute habe ich für euch wieder ein Buch von Meike Werkmeister. In der Vergangenheit konnte mir nahezu jedes ihrer Bücher mindestens ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ihr Schreibstil und ihre schönen Geschichten sind mir bis heute positiv im Gedächtnis geblieben. Vor allem an einem trüben oder von Stress erfüllten Tag sind diese genau das Richtige für mich.

Unkomplizierter Lesegenuss zum Wohlfühlen. So kann man die Bücher meiner Ansicht nach am besten zusammenfassen.

Mit diesem Buch ist es etwas anders. Es gab zwar in den vergangenen Büchern auch dramatische Szenen oder komplizierte Geschichten aus der Vergangenheit, aber hier füllen diese einen größeren Teil der Handlung aus. Als wäre die Lebenskrise der Protagonistin nicht genug, da beschließt sie, nachdem sie einen Liebesbrief in ihre Hände bekommen hat, ebendiesem auf den Grund zu gehen.

Was erhofft sie sich davon? Dass sie damit ihre eigenen Probleme lösen oder diese mit ihrem Fund aussitzen kann? Eventuell hätte Katrin es sich noch einmal anders überlegt, wenn sie vorher gewusst hätte, wohin ihre Neugier letztendlich führt.

Dieses Buch habe ich nicht alleine gelesen. Die liebe Tamara, mit der ich schon ein paar Bücher gelesen habe, hat mir wieder digitale Gesellschaft geleistet. Ihre Rezension/Meinung findet ihr im Anschluss. 🙂

Nun wünsche ich euch viel Spaß mit meiner Rezension.


Grober Handlungsverlauf

Entgegen den Vorstellungen ihrer Eltern möchte Katrin ihr Geld mit dem Schreiben von Büchern verbringen. Dieser Arbeit geht sie mit viel Motivation nach. Ihre Bücher helfen Menschen wieder Mut zu fassen und diese dort zu berühren, wo es nötig ist. Jedoch hat unsere Autorin mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen. Von B wie Beziehung bis S wie Scheidung ist fast alles dabei. Jedoch kann und darf sie vor allem ihren Lesern gegenüber keine Schwäche zeigen. Zeit ihre Probleme selbst zu lösen bleibt da kaum.

Bis zu jenem Tag, als hätte das Schicksal ihr ein Zeichen gegeben, findet sie einen Liebesbrief, der offenbar zuvor im Müll lag. Ganz verloren, scheinbar ohne den Empfänger je erreicht zu haben. Die einzigen Hinweise auf diesen sind sein Name, Filipe, und sein möglicher Standort, Portugal.

Ohne groß nachzudenken, oder um ihren eigenen Problemen zu entkommen, beschließt Katrin, mit ihrer Freundin Julia im Schlepptau, dem Ort des geheimnisvollen und offenbar gut aussehenden Charmeur einen Besuch abzustatten. Dort angekommen, findet unsere Autorin und angehende „Detektivin“ den Schönling sofort. Was sie nicht ahnt, dass es mit der Übergabe des Briefes nicht getan ist.

Aufgrund ihrer Neugier rutscht sie mehr und mehr in ein schon Jahre bestehendes Familiendrama hinein, welches es in sich hat. Und ihr Filipe scheint mehr als nur ein Geheimnis zu hüten.

Recht schnell wird klar, dass dieser mit einem ansässigen Surflehrer befreundet war. Seit erwähntem Drama gehen sich die beiden aus dem Weg. Wohin Katrin ihre Neugier noch führen wird? Seid gespannt.


Mein Fazit

Zu Beginn möchte ich mich bei Tamara für die schöne Lesezeit bedanken. Der Austausch zwischen den Pausen, das Rätseln, was als Nächstes passieren könnte, auf wessen Seite wir stehen (Daniel oder Filipe) und die aufregenden Momente als etwas Neues/Spannendes passiert ist, hat mir wieder sehr gut gefallen. Mit so einer Lesepartnerin ist das kein Wunder. 🙂 Genug geschmeichelt, auf zur Rezension.

Beginnen wir wie immer am Anfang. In aller Ruhe wird uns Katrin vorgestellt. Auf den ersten Absätzen war sie mir schon direkt sympathisch. Ein Mensch mitten im Leben mit ihren Ecken und Kanten. Nichts ist perfekt. Da die Gute letzteres großteils anstrebt, ist sie oft gestresst. Das merkt man auch in den folgenden Absätzen. Hier spiegelt sich auch unser eigener Alltag wider. Alles muss perfekt und schnell gemacht sein. Sich keine Zeit für irgendetwas nehmen. Genießen kann man, wenn man alt ist.

Dass es auch anders geht, erkennt Katrin bei der Ankunft auf der idyllischen Halbinsel recht schnell. Hier läuft der Alltag wesentlich langsamer ab. Hier kann sie ihr Leben, inklusive Probleme in der Liebe, für eine Zeit lang vergessen. Ihre Freundin Julia, die mir ebenfalls sehr sympathisch war, konnte direkt abschalten und warf sich Hals über Kopf ins Geschehen. Dieses war männlich und (selbstverständlich) gut aussehend. Nicht direkt vertrauenerweckend, er wirkte anfangs auf mich wie der typische Aufreißer, aber dieser Eindruck legte sich etwas.

Dann gab es noch einen ebenso schön anzuschauenden Surflehrer, auf den Katrin ein Auge geworfen hat. War da nicht noch jemand? Ach ja. Filipe.

Dieser war mir nach der ersten Begegnung etwas suspekt. Er fiel irgendwie aus der Reihe. Sowohl optisch als auch von seinem Umfeld. Offenbar hängt er sehr an seiner Familie. Der Umstand, dass er seine Heimat nicht verlassen möchte, wird auch im Liebesbrief von seiner Partnerin erwähnt. Als Katrin sich ihm mit diesem nähert, gerät sie, unterstützt durch ihre Neugier, in ein immer tiefgreifenderes Familiendrama. Dieses wurde zum Glück erst in der zweiten Hälfte des Buches ein ernstes Thema. Richtig gelesen. Die Autorin gibt uns zwischendurch immer wieder Verschnaufpausen.

Außerhalb der Streitereien verfolgen wir das (Insel)Liebesleben von Katrin und Julia. Bei der Dreiecksbeziehung zwischen ihr, Daniel und Filipe war ich zu Beginn skeptisch. Normalerweise endet diese erstens selten gut und zweitens sorgt sie für noch mehr Drama. Aber zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt. Diese Romanze verlief, den Umständen entsprechend, relativ harmonisch.

Katrin sorgte durch ihr Herumschnüffeln in fremden Angelegenheiten zwar immer wieder für kleine Streitereien, jedoch wird dieses Verhalten den einen oder anderen wach rütteln. Denn im Detail betrachtet, wurden die Konflikte zwischen den beteiligten Familienmitgliedern nie wirklich ausgetragen. Es wurde sich entweder angeschwiegen, oder einfach wichtige Dinge vorenthalten, die zur Lösung beitragen hätten könnten.

Die Umgebung selbst wurde von der Autorin wieder unglaublich schön und vor allem detailliert beschrieben. Das Rauschen der Wellen, das Prasseln des Regens, das Pfeifen des Windes, die Schritte auf den Straßen, das Winseln von Hundewelpen, die Geräusche in den Cafés, einfach nur schön. Schade, dass es kein Geruchslesen gibt. Das wäre es noch gewesen. Was aber auch diesmal nicht gefehlt hat, sind die einzelnen Rezepte auf den letzten Seiten des Buches. Hätte schon Lust, etwas davon nachzumachen. Die Beschreibung klingt schon sehr lecker.

Klingt ja bisher recht positiv. Oder? Ja. Stimmt. Dennoch habe ich etwas zum Meckern.

Nachdem Katrins und Julias Alltag zu Beginn durchleuchtet wurde und sie auf der Insel angekommen sind, eiert die Handlung etwas vor sich hin. Zugegeben, sie müssen sich erst einmal auf der Insel orientieren, alles kennenlernen, sich durch Sprachbarrieren kämpfen, aber stellenweise hätte den einzelnen Passagen mehr Spannung gutgetan. Bei der Dreiecksbeziehung und dem Verhalten von Filipe und der mageren Beschreibung von Julias Inselliebe, welche am Ende bedeutungsvoll wird, fehlte mir das gewisse Etwas.

Apropos Ende. Dieses habe ich so nicht kommen sehen. Irgendwie kam es dann doch noch zu einem Happy End.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es hatte wie die Protagonistin seine Ecken und Kanten. Nicht perfekt, dennoch hatten wir damit eine schöne Zeit. Darum soll es ja schließlich gehen.


Buchinformationen

VerlagGoldmann
AutorinMeike Werkmeister
Erscheinungsjahr2023
GenreBelletristik
Seiten432
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Informationen über die Autorin

Meike Werkmeister ist Buchautorin und Journalistin. Ihre Romane stehen regelmäßig auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Wann immer sie Zeit hat, fährt sie an die Nordsee, wo sie oft auch die Ideen für ihre Geschichten findet.

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