[Rezension] Arno Strobel „Fake – Wer soll dir jetzt noch glauben?“

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Einleitung

Stellt euch folgendes Szenario vor.

Ihr sitzt an eurem freien Tag mit eurem Partner/eurer Partnerin beim Frühstück. Alles scheint wie immer zu sein. Plötzlich läutet es an eurer Tür. Niemand eurer Bekannten oder Freunde haben sich zuvor angekündigt. Dann kann es nur einer der Nachbarn sein.

Fehlanzeige.

Die Polizei steht vor der Tür. Mit belastenden Beweisen, welche einen von euch von einer Minute auf die andere als Täter kennzeichnet.

Das Kuriose an der Sache: Ihr kennt das Opfer nicht. Noch nie, gesehen, geschweige denn von ihr gehört. Trotzdem sollt ihr dieses schwer misshandelt haben. Dafür spricht vor allem ein späteres Video, in dem man einen von euch deutlich sehen und hören kann. Selbstverständlich beteuert ihr eure Unschuld. Doch wie beweist man diese ohne Gegenbeweise? Wie würdet ihr euch verhalten? Wer möchte euch schaden?


Dieses Szenario wünsche ich niemanden. Danach wird nichts mehr so sein wie es war.

Eventuell habt ihr es schon herausgelesen. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Aber wie immer, der Reihe nach.

Viel Spaß mit meiner Rezension. Lasst mir wie immer gerne eure Meinung da.


Grober Handlungsverlauf

Patrick Dostert staunt nicht schlecht als zwei Beamte der Kripo Weimar das morgendliche Frühstücksritual von ihm und seiner Frau Julia stören.

Der Grund des Besuchs: Er liegen scheinbar schwerwiegende Beweise gegen ihn vor. Unser bis dato unbescholtener Ehemann wird verdächtigt drei Tage zuvor eine Frau misshandelt zu haben. Für den Tatzeitraum hat Patrick glücklicherweise ein Alibi.

Problem an diesem: Der Zeuge bleibt unauffindbar. Zugegeben, da es sich scheinbar um einen ausländischen Geschäftsmann handelt ist das erst einmal nichts Wildes. Es gibt heutzutage Mittel und Wege Menschen zu finden. Es ist nur eine Frage der Zeit. Außerdem gibt es eine Visitenkarte auf dem Kontaktdaten stehen.

Nach dem sich Patrick und Julia vom ersten Schock erholt haben, folgt zufälligerweise direkt der nächste Beweis für seine Schuld. Ein Video auf man ihn ohne Probleme erkennen kann. Damit ist die Sache klar. Täter gefunden. Feierabend. Oder? So leicht macht es uns der Autor nicht. Und der wahre Täter schon gar nicht.

Patrick kommt in Haft und wartet auf seine Verurteilung. Währenddessen wird weiter ermittelt. Die Leitungen glühen, die Beamten gehen jedem Hinweis nach. Irgendetwas kommt ihnen komisch vor. Denn warum sollte dieser ruhige und nicht vorbestrafte Bürger aus heiterem Himmel Frauen verletzen? Da ist doch etwas faul. In jeglicher Hinsicht.


Mein Fazit

Wenn etwas so eindeutig ist, kann es dann dennoch ein Fake sein? Diese Frage habe ich mir von Anfang bis Ende nach jedem Kapitel gestellt. Gerade weil es heutzutage mit den richtigen Programmen und ausreichend Rechenleistung möglich ist Fotos, Videos und Audioaufnahmen mittels KI nach Lust und Laune zu bearbeiten. So kann man, ohne dass man den Fake auf den ersten Blick erkennt, die absurdesten Dinge anstellen. Und, wie in diesem Fall, für Verbrechen nutzen.

Patrick Dostert wird als aufmerksamer und angenehmer Ehepartner beschrieben. Seine Frau betont dies mehrmals. Auch seine Reaktionen auf die Anschuldigungen und späteren Beweise wirken echt. Seine Arbeitskollegen beschreiben ihn als umgänglichen und fleißigen Kollegen. Wie sollte als so ein Mensch eine Frau so übel misshandeln, dass diese nicht mehr weiß, wo oben und unten ist?

Generell wirkt er die meiste Zeit über sehr authentisch. Wenn er schauspielern sollte, ist er wirklich gut. Da verhalten sich seine Frau und sein bester Freund wesentlich verdächtiger. Es wirkt so als verheimlichen die beiden etwas und möchten, dass dies niemand erfährt. Vor allem nicht Patrick. Aber dafür so weit gehen?

Ich liebe Gedankenspiele. Ähnlich wie die Beamten zerpflückte ich mit Freude jede mir dargebotene Information nach ihrem Wahrheitsgehalt und versuchte diese zuzuordnen.

Alle paar Kapitel gab es eine Wendung. Wenn ich glaubte, es kann nicht mehr schlimmer für unseren zu Unrecht beschuldigten Ehemann kommen, kam noch einmal ordentlich Schwung in die Handlung. Eine Sache, die der Autor immer noch gut kann. Die Versuche Leser am Ball zu halten wirkten nie überspitzt oder zu zufällig. Der Zeitpunkt für den nächsten Umschwung war nicht vorhersehbar, aber trotzdem perfekt.

Die schlussendliche Auflösung konnte mich überraschen. Dass es so kommt, hätte ich nie gedacht. Trotz Durchdenken/Durchspielen aller (mir) vorstellbaren Szenarien.

Auch dieser Psychothriller ist Arno Strobel hervorragend gelungen.


Buchinformationen

VerlagS. Fischer
AutorArno Strobel
Erscheinungsjahr2022
GenrePsychothriller
Seiten368
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Informationen über den Autor

Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gern mit seinen Leserinnen und Lesern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen auch vor den größten Urängsten nicht Halt. Seine Themen spürt er dabei meist im Alltag auf und erst, wenn ihn eine Idee nicht mehr loslässt und er den Hintergründen sofort mit Hilfe seines Netzwerks aus Experten auf den Grund gehen will, weiß er, dass der Grundstein für seinen nächsten Roman gelegt ist. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller. Arno Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier.

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