[Rezension] Alina Schüttler „Reyna – Verlorene Welt“

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Vorwort

Hallo ihr Bücherwürmer. Ich hoffe, euch geht es gut und findet trotz der aktuellen Hitzewelle ein kühles Plätzchen zum Lesen.

Mir war mal wieder nach einer guten Dystopie mit einer spannenden Handlung. Nach einem Blick auf meine Merkliste, die mal wieder ausgemistet werden sollte, stand fest, dass ich mir Reyna von Alina Schüttler kaufen möchte.

Die Autorin kannte ich bereits von ihrem Buch >> Das Rabenmädchen von Norestir <<, welches mir ausgezeichnet gefallen hat. Daher war ich umso gespannter, was sie sich für ihre Dystopie hat einfallen lassen.

Menschen, die zu rasenden Zombies werden, Bewohner aus den unteren Bevölkerungsschichten, die ein „Update“ bekommen, um gegen erstere vorzugehen und eine kleine Liebesgeschichte, die es sich schön zwischen den beiden genannten Punkten gemütlich macht.

Und das Ganze in einer Welt, die fast nur noch aus Wüste besteht und in derer kleine Gruppen von Überlebenden ihrem Alltag so normal wie möglich nachzugehen.

Dann haben wir da noch Reyna, die in einer wohlbehüteten und hochmodernen Stadt lebt, und von dem Leben da Draußen (noch) keine Ahnung hat. Jedoch heißt das nicht, dass sie keinerlei Probleme hat.

Wie hat mir das Buch gefallen? Hier und jetzt erfahrt ihr es. Viel Spaß beim Lesen meiner Rezension. Lasst mir wie immer gerne eure Meinung da. Würde mich sehr darüber freuen.


Grober Handlungsverlauf

Das Buch beginnt direkt mit der Einführung der Liebesgeschichte, Reyna und Levin führen eine Beziehung, die in der Öffentlichkeit auf wenig Begeisterung stößt. Der Grund: Beide entstammen unterschiedlichen Bevölkerungsschichten. Damit nicht genug, ihr Vater ist ein mächtiger und (leider) sehr gewalttätiger Zeitgenosse.

Innerhalb seiner vier Wände zeigt er seiner Tochter und seiner Frau, wer die Eier in der Hose hat und duldet (natürlich) keinen Widerspruch. Davon weiß die Öffentlichkeit nichts. Er stellt sich immerhin als Familienmensch der besten Güteklasse dar, da darf niemand Verdacht schöpfen.

Um die unerwünschte große Liebe seiner Tochter aus dem Verkehr zu ziehen, sorgt er dafür, dass Levin für den Außeneinsatz ausgewählt und zum Cyborg gemacht wird. So kann er Reyna nicht mehr nahekommen. Mal abgesehen davon verliert er nach der Umwandlung sämtliche Erinnerungen an die gemeinsame Zeit und ist nur noch ein augenscheinlich lebloser Körper, der auf das Kämpfen „programmiert“ wurde.

Jedoch hat Reynas Vater nicht mit ihrer Gegenwehr gerechnet und schon gar nicht mit ihrem Verschwinden.

So beginnt für sie ein Abenteuer, welches sie mit ihren neuen Bekanntschaften bestreitet.

Was erleben sie in dieser Zeit? Sieht sie ihren Geliebten wieder? Was dann? Kann sie ihn heilen? Fragen über Fragen, die alle bis zum Ende beantwortet werden.

So viel zur Theorie.


Mein Fazit

Bis hier hin klingt das Buch richtig spannend. Drei Schwerpunkte, die sich immer wieder abwechseln und miteinander eine interessante und abwechslungsreiche Handlung ergeben. So klang es zumindest für mich.

Die Liebe zwischen Reyna und Levin wurde schön in Szene gesetzt, diese hält auch dann noch an als für zweiteren jede Hoffnung verloren schien. Sie hat trotzdem immer an ihre Zukunft geglaubt. Egal, wie sehr sie ihr Vater unterdrückt hat, oder wie sehr ihr die Außenwelt, inklusive Zombies und Cyborgs zugesetzt haben. Alleine betrachtet hat mir die Umsetzung erst mal gut gefallen.

Jedoch waren die Zombies und Cyborg nie wirklich eine Bedrohung. Erstere waren auf den ersten Blick zwar gefährlich, konnten aber rasch überwältigt werden. Untote Wesen halt. Dumm, gefräßig und vorhersehbar.

Leider sah es bei den Jägern derer nicht anders aus. Nur mit dem Unterschied, dass diese noch leben und von der Regierung gesteuert werden. Beispiel gefällig? Ein Cyborg hat die Gruppe entdeckt, und möchte unsere Protagonistin zu ihrem Vater bringen. Sie laufen aus seinem Blickfeld, dieser kann die Verfolgung, trotz trainiertem Körper, nicht aufnehmen und hört auf, nach ihnen zu suchen. Toller Jäger. Da bekomme ich richtig Angst.

Sonderlich geschickt stellen sie sich bei der Jagd generell nicht an. Ich habe jetzt keine Terminator Verschnitte erwartet, aber etwas bedrohlicher und intelligenter hätten sie schon sein dürfen. Auch Levin in seiner Cyborg-Form ist zwar unfassbar leise und schafft es fast seine Freundin auszuliefern, aber halt nur fast.

Das knappe Entkommen oder gerade so etwas geschafft zu haben, wiederholt sich immer wieder. Und wenn es dann wirklich brenzlig wird, wie z.B. gegen Ende des Buches, beim großen Showdown, dann findet dieser Moment der Gefahr zügig ein Ende.

Nur zur Information: Auf das Ende wird mehrere Seiten hingearbeitet. Man wird motiviert weiter zu lesen, fiebert mit den Charakteren mit, hofft das am Ende alles gut wird nur damit man am Schluss auf wenigen Seiten einen Mini Showdown präsentiert bekommt.

Schade, dass die Autorin hier nicht mehr rausgeholt hätte. Ein komplettes Kapitel voller Spannung und Gänsehaut hätte ich mir mindestens erhofft. Geworden sind es nicht ganz drei Seiten. Der Vater, der als große Gefahr inszeniert wurde, ist am Ende nur eine Projektionsfläche für einen Bösewicht, der dann doch nicht so viel drauf hat, wie angedeutet wurde.

Die Charaktere selbst waren okay. Sie erfüllten ihren Zweck, mehr leider nicht.

Egal, wie ich es drehe und wende, mir Dinge schönrede oder zurechtlege, damit es Sinn ergibt, am Ende kommt immer eine Enttäuschung dabei raus.

Eine positive Sache habe ich aber dennoch. Die Autorin hat sich seit „Das Rabenmädchen von Norestir“ vom Schreibstil her ordentlich verbessert, das merkt man auf jeden Fall. Somit ist dieses Buch hier kein kompletter Reinfall für mich.

Wer das Buch trotz meines Fazits lesen möchte, soll das gerne machen. Eventuell seht ihr das Buch mit anderen Augen und ihr mögt es eventuell sogar. Wer weiß.


Buchcover

VerlagTWENTYSIX EPIC
AutorinAlina Schüttler
Erscheinungsjahr2022
GenreDystopie
Seiten462
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Informationen zur Autorin

Die Autorin Alina Schüttler wurde am 21.09.1998 kurz nach ihrer Zwillingsschwester in Marburg geboren und begann schon in der Grundschule, eigene Geschichten zu schreiben. Mit Herr der Ringe, Eragon und Harry Potter entdeckte sie ihre Liebe zur Fantasy. Inzwischen studiert sie Psychologie in Marburg und ist als Autorin und Lektorin selbstständig.

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