[Rezension] Kristina Moninger „Was wir sehen, wenn wir lieben“

<< Ich sage gar nichts.

Ich schnappe nur nach Luft.

Wieder und Wieder.

Der Augenblick dehnt sich zu einer großen Seifenblase, die nur uns beide einschließt.

Uns umhüllt und in der Zeit anhalten lässt.

Ich kann nicht sprechen, will es auch gar nicht.

Ich will ihn nur ansehen und dabei so tun, als wäre es wirklich erst gestern gewesen,

dass wir uns über den Weg gelaufen sind. >>



Fazit

Die letzten fünf Jahre sind einfach futsch.

Weg.

Ausradiert.

Menschen mit denen sich Teresa einst gut verstand, und schöne Erinnerungen teilte, gehen ihr aus dem Weg.

Was ist in den praktisch nicht existenten Jahren ihres Lebens vorgefallen?

Seit wann arbeitet sie fein gekleidet in einer Kunstgalerie?

Sie ist doch Tätowiererin.

Warum will Henry Teresa nicht mehr in seiner Nähe haben?

Warum druckst jeder rum wenn sie Fragen nach ihrer Vergangenheit stellt?

Fragen über Fragen. Die Antworten darauf muss sie erst mal verdauen, aber der Reihe nach.

Teresa wacht also in einem Krankenhausbett auf.

Sie scheint gestürzt zu sein.

Dabei hat sie sich scheinbar so hart den Kopf gestoßen, dass sie sich ab einer bestimmten Zeitspanne in ihrem Leben an nichts erinnern kann.

Auf Fragen reagiert ihre Familie eher zurückhaltend, ihre (ehemalige) Freundin hält sie im ersten Moment für komplett bekloppt.

Henry, ihre große Liebe, reagiert mit Ablehnung auf ihre Nähe. Also wo soll sie anfangen? 

Anfangs verkriecht sie sich in ihrer Wohnung, die ihr am Anfang mehr als fremd vorkommt.

Nachdem sie es endlich vor die Tür geschafft hat, beginnt ein Abenteuer in dem es darum geht wie Teresa ihre Erinnerungen zurückgewinnt, sich damit auseinander setzt, Fehler wieder gut macht, und versucht die Liebe zwischen ihr und Henry zu retten.

Sofern es da noch Hoffnung gibt. 

Zwischen den Kapiteln in denen die Gegenwart stattfindet, streut die Autorin Erinnerungen von vor fünf Jahren ein. Diese finden hauptsächlich aus Henrys Sicht statt. Dort lernen wir auch die damalige Teresa, und viele andere Charaktere kennen. 

So setzt sich nach und nach das Puzzle zusammen, welches am Ende die vergessenen fünf Jahre ergibt.

Schreibtechnisch gut gelungen.

Gute Ausarbeitung der Charaktere. Keine Leerläufe.

Kleinere Erinnerungen in den gegenwärtigen Kapiteln geben dem Lesefluss etwas Schwung, so entdecken wir gemeinsam mit Teresa die vergangenen Jahre, und stellen fest, dass nicht alles so toll war wie es zunächst scheint. 

Kritisieren könnte ich die mangelnde Hilfsbereitschaft in Teresas Umfeld, oder das verletzende Verhalten von Henry, oder warum es ausgerechnet fünf Jahre sind und nicht zehn.

Aber wisst ihr was? Nö. Erst gegen Ende wird klar, wie gerechtfertigt die Reaktionen sind.


VerlagAutorBezeichnungSeitenErscheinungsjahrLink zur Buchhandlung
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Infos zur Autorin

Kristina Moninger wurde 1985 in Würzburg geboren und hat ihre Kindheit in einem kleinen Dorf auf dem Land verbracht, in dem sie auch heute noch mit ihrem Mann und ihren Zwillingen lebt.

Nach einer kaufmännischen Ausbildung hat sie ein Übersetzerstudium abgeschlossen.

Ihre größte Leidenschaft jedoch gehört dem Schreiben.

Sie hat bereits erfolgreich mehrere Romane veröffentlicht und eine große Fangemeinde aufgebaut.

Findet man sie nicht am Schreibtisch, dann sehr wahrscheinlich hinter einem Buch oder mit Familie und Hund in der Natur.

https://www.rowohlt.de/autor/kristina-moninger-26477

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