[Rezension] Hanna Miller „Hier und jetzt für immer“

Manchmal nimmt das Glück einen Umweg.

Er stand keine drei Meter von ihr entfernt, den Fotoapparat in der Hand.

Sein Gesicht war schmaler als früher.

Er trug einen Drei-Tage-Bart. Seine Haare waren braun und wirr, wie damals. Sie hatte sich nur einmal getraut, sie anzufassen.

Sie wusste nicht, warum sie jetzt daran denken musste. Die Haare waren weich gewesen, wie die eines Babys, aber auch struppig. Sie hatte gedacht, dass das gar nicht zueinander passte.

Sie starrte ihn an. Und er sie.

Dabei wollte sie sich wegducken aber sie konnte nicht. Abrupt wandte sie sich ab. Ohne zu wissen, wohin, bahnte sie sich einen Weg durch die Halle.



Fazit

Max und Stella. Es sollte für immer sein. Doch eines Tages zerspringt der Traum in viele kleine Scherben. Genauso wie die Liebe der Beiden. 

Jahre vergehen bis sie sich wiedersehen. Es fühlt sich zwar an wie früher, aber die Gefühle sind nicht mehr dieselben. Max und Stella führen ein getrenntes Leben, bis die noch nicht ganz erloschene Glut wieder zu glimmen beginnt, und die alte Liebe wieder vom Feuer der Leidenschaft erfasst wird.

Doch was ist seitdem Bruch passiert? Stella ist mittlerweile in der Chirurgie tätig und ist auf einem guten Weg eine höhere Position zu bekommen. Max hingegen war mal Hier und einmal Da. Früher wie auch heute begleitet von seiner Kamera, die das einzige Überbleibsel seines Vaters ist. Als er eines Tages Stella wiedersieht fluten die Erinnerungen seine Gedanken und seitdem ist es wieder um ihn geschehen. 

Sie hingegen möchte nichts mehr mit ihm zu tun haben. Denn sein Verrat hat ein tiefes Loch in ihr Herz gerissen. Da dieses noch nicht ganz verheilt ist, schmerzt sein Anblick umso mehr. Dennoch ist sie neugierig ob ein zweiter Versuch klappen könnte. Ihre Gefühle stehen ihnen dabei nicht im Weg. Im Gegenteil. 

Jedoch ist der Weg selbst von Schlaglöchern und Steinen übersät. Da hilft nur vorsichtig außen rum gehen und hoffen, dass sich kein weiteres Loch vor einem öffnet.

So entfaltet sich die Handlung, und die Neuentdeckung einer beinahe verblassten Liebe. 

Max und Stella kommen sich wieder näher. Nur um dann wieder zwei Schritte wieder zurückzufallen. Denn es stehen immer noch viele unausgesprochene Wörter im Raum. Viel zu viel ist seitdem geschehen. Die schönen Erinnerungen, mit denen wir zwischen den Kapiteln versorgt werden, helfen den Beiden ihre Krisen zu überstehen.  

Die Autorin schmeißt bekannte Szenarien mit einem Wohlfühl Schreibstil in den Mixer und rührt das Ganze schön durch. Raus kommt eine Geschichte voller Sehnsucht, Liebe, Tränen, Schmerz und Vergebung. Garniert mit Gänsehaut Momenten. Bis zum Ende des Buches ist man sich nicht so ganz sicher ob die vergangene Liebe eine Zukunft hat. Die Autorin fährt in Schlangenlinien am direkten Weg vorbei und zeigt uns was sich Außerhalb befindet und warum es sich lohnt für eine anscheinend aussichtslose Liebe zu kämpfen.


VerlagAutorBezeichnungSeitenErscheinungsjahrLink zur Buchhandlung
LübbeHanna MillerLiebesroman3682020Bei Tyrolia bestellen

Infos zur Autorin

Hanna Miller, Jahrgang 1977, wuchs im Rheinland auf. Sie studierte Germanistik und Kulturwissenschaften, arbeitete als Lektorin und Verlegerin. Hanna lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

www.hannamiller.de

Instagram: hannamiller_autorin

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